"Die Mauer war in Beton gegossenes Unrecht"

"Die Mauer war in Beton gegossenes Unrecht"

Ein Interview mit Roland Jahn, dem Chef der Stasi-Akten-Behörde, zum 58. Jahrestag des Baubeginns der Berliner Mauer

Sally-Charell Delin. Onlinefassung: Rick Reitler   13.08.2019 | 16:25 Uhr

Am Jahrestag des Baubeginns der Berliner Mauer hat Roland Jahn, der Chef der Stasi-Akten-Behörde, mit SR-Moderatorin Sally-Charell Delin u. a. über seine Kindheitserinnerungen an den Tag vor 58 Jahren gesprochen. Seine Empfehlung: Für die Bewahrung von Freiheit und Menschenrechten jeden Tag die Augen offen halten!

Die Zerstörung der Berliner Mauer jährt sich im Herbst 2019 zum 30. Mal. Seit dem 13. August 1961 hatte der im DDR-Jargon "antifaschistische Schutzwall" genannte Beton-Streifen Familien getrennt, Träume zerstört und sogar 140 Menschen das Leben gekostet.

Jahn war acht Jahre alt

Am Jahrestag ihres Baubeginns hat Roland Jahn - damals Oppositioneller, heute Chef der Stasi-Akten-Behörde - mit SR-Moderatorin Sally-Charell Delin u. a. über seine Kindheitserinnerungen an den Tag vor 58 Jahren gesprochen.

Als Achtjähriger sei er damals schockiert gewesen - aber schnell hätten sich die Menschen an die Mauer gewöhnt, erzählte Jahn. Und das, obwohl schon damals klar gewesen sei, dass die Mauer "in Beton gegossenes Unrecht" gewesen sei.

Auch heute müsse die Gesellschaft jeden Tag für die Bewahrung von Freiheit und Menschenrechten die Sinne schärfen und die Augen offen halten, empfahl Jahn.


Kinder vor der Berliner Mauer (Foto: SR)
28 Jahre lang trennte Sie Ost-Berlin von Berlin (West): die Berliner Mauer (Foto: Axel Burmeister)


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 13.08.2019 auf SR 2 KulturRadio.