Streit um mehr Lehrkräfte geht weiter

Streit um mehr Lehrkräfte geht weiter

Janek Böffel. Onlinefassung: Rick Reitler   12.08.2019 | 06:15 Uhr

Auch zum Schulstart herrscht keine Einigkeit in der Landesregierung: Die Gesellschaft bringt immer mehr Probleme in die Schulen hinein, und deswegen müssten im Saarland mindestens 49 neue Lehrerstellen geschaffen werden, meint SPD-Bildungsminister Ulrich Commerçon. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) will die Diskussion aber offenbar "nicht in der Öffentlichkeit" führen.


Damit möglichst kein Unterrricht mehr ausfällt, braucht das Saarland mehr Lehrkräfte für die rund 90.000 Schülerinnen und Schüler - meint SPD-Bildungsminister Ulrich Commercon.

Streit um Schulsanierungen
Audio [SR 3, Janek Böffel, 12.08.2019, Länge: 01:16 Min.]
Streit um Schulsanierungen

49 PädagogInnen zusätzlich würden gebraucht - Kostenpunkt rund 3,5 Millionen Euro pro Jahr. Zur "Zukunftsfähigkeit" des Landes gehörten eben nicht nur mehr Ausgaben für die "innere Sicherheit", sondern auch für die Bildung, sagte der Kultusminister im Gespräch mit SR-Reporter Janek Böffel. "Die Gesellschaft" bringe "immer mehr Probleme in die Schulen hinein", räumte Commerçon ein. Dies werde "auch in den nächsten Jahren so weiter gehen". Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) aber will die Diskussion offenbar "nicht in der Öffentlichkeit" führen.

Im Saarland beginnt das Schuljahr 2019/20 am 12. August.

SLLV-Vorsitzende Lisa Brausch
SLLV fordert mehr LehrerInnen und "multiprofessionelle Teams"
Lisa Brausch, die Vorsitzende des saarländischen Lehrerinnen - und Lehrerverbandes (SLLV), hat im SR-Interview eine "Überpersonalisierung" in den saarländischen Schulen gefordert - wegen der vielen "problematischen Klassen", der "individuellen und die Inklusion. Nicht nur PädagogInnen, sondern auch SozialarbeiterInnen und PsychologInnenen fehlten.


Hintergrund:

Diskussion um Lehrerstellen
Saar-Grünen werfen Commerçon Versäumnisse vor
Die Saar-Grünen werfen Bildungsminister Ulrich Commerçon vor, im vergangenen Jahr die rechtzeitige Einstellung von rund 100 neuen Lehrerstellen in den nun laufenden Haushalt selbst versäumt zu haben. Mit seinen heftigen Angriffen gegen den Koalitionspartner CDU wolle er lediglich von eigenen Fehlern ablenken. Der Bedarf an neuen Lehrerstellen sei schon lange bekannt.

Handfester Streit im Kabinett
Ungewöhnlich scharfe Töne in der Saar-GroKo
Zwischen CDU und SPD im saarländischen Landeskabinett knirscht es offenbar gewaltig. SR-Landespolitikreporter Christoph Grabenheinrich glaubt trotz der Schärfe des Tons vorerst aber nicht an größere Veränderungen im Kabinett. Der große Zankapfel sei zurzeit wohl die Bildungspolitik.

Drastische Worte
Commerçon pocht auf mehr Lehrerstellen
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Mehr zum Thema im Archiv:

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Verbände stellen sich hinter Commerçon
Mehrere Verbände haben sich im Streit um Lehrerstellen schon vor einigen Wochen hinter Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) gestellt. Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft erklären auf SR-Anfrage, sie begrüßen die Reduzierung von Lehrerwochenstunden für die Nachmittagsbetreuung.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 12.08.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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