SLLV fordert mehr LehrerInnen und "multiprofessionelle Teams"

SLLV fordert mehr LehrerInnen und "multiprofessionelle Teams"

Jochen Erdmenger, Kai Schmieding. Onlinefassung: Rick Reitler   12.08.2019 | 07:55 Uhr

Lisa Brausch, die Vorsitzende des saarländischen Lehrerinnen - und Lehrerverbandes (SLLV), hat im SR-Interview eine "Überpersonalisierung" in den saarländischen Schulen gefordert - wegen der vielen "problematischen Klassen", der "individuellen und die Inklusion. Nicht nur PädagogInnen, sondern auch SozialarbeiterInnen und PsychologInnenen fehlten.

Heute beginnt die Schule
7700 Schulanfänger im Saarland
Für 7700 Kinder im Saarland beginnt am 12. August zum ersten Mal der Schulalltag. Damit werden in diesem Schuljahr 224 Schüler weniger eingeschult als im vergangenen.


Seit Wochen streiten Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD), Finanzminister Peter Strobel (CDU) und Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) mehr oder weniger öffentlich um 49 neue Lehrerstellen für das Saarland. Strobel verweist u. a. auf einen Rückgang der Schülerzahlen von rund 2000 in den berufsbildenden Schulen, Commerçon beispielsweise auf die zunehmenden gesellschaftlichen Probleme und die vielen ersatzlos ausfallenden Schulstunden.

Diverse Probleme

Lisa Brausch, die Vorsitzende des saarländischen Lehrerinnen - und Lehrerverbandes (SLLV), sieht ebenfalls zu wenige Lehrkräfte - und fordert im SR-Interview sogar eine "Überpersonalisierung", um "den Problemen, die wir in den Schulen haben, gerecht zu werden".

Doppelbesetzungen und "multiprofessionelle Teams"

Für "problematische Klassen" und für die "individuelle Förderung" plädierte Brausch wenigstens für "Doppelbesetzungen" - was die Aufgaben der Inklusion angehe, sogar für "multiprofessionelle Teams". Generell mangele es im Saarland nicht nur an PädagogInnen, sondern auch an Sozialarbeitern und Psychologen.

Im Saarland beginnt das Schuljahr 2019/20 am 12. August.

Hintergrund:

Bildungspolitik im Saarland
Streit um mehr Lehrkräfte geht weiter
Auch zum Schulstart herrscht keine Einigkeit in der Landesregierung: Die Gesellschaft bringt immer mehr Probleme in die Schulen hinein, und deswegen müssten im Saarland mindestens 49 neue Lehrerstellen geschaffen werden, meint SPD-Bildungsminister Ulrich Commerçon. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) will die Diskussion aber offenbar "nicht in der Öffentlichkeit" führen.

Diskussion um Lehrerstellen
Saar-Grünen werfen Commerçon Versäumnisse vor
Die Saar-Grünen werfen Bildungsminister Ulrich Commerçon vor, im vergangenen Jahr die rechtzeitige Einstellung von rund 100 neuen Lehrerstellen in den nun laufenden Haushalt selbst versäumt zu haben. Mit seinen heftigen Angriffen gegen den Koalitionspartner CDU wolle er lediglich von eigenen Fehlern ablenken. Der Bedarf an neuen Lehrerstellen sei schon lange bekannt.

Handfester Streit im Kabinett
Ungewöhnlich scharfe Töne in der Saar-GroKo
Zwischen CDU und SPD im saarländischen Landeskabinett knirscht es offenbar gewaltig. SR-Landespolitikreporter Christoph Grabenheinrich glaubt trotz der Schärfe des Tons vorerst aber nicht an größere Veränderungen im Kabinett. Der große Zankapfel sei zurzeit wohl die Bildungspolitik.

Drastische Worte
Commerçon pocht auf mehr Lehrerstellen
SPD-Bildungsminister Ulrich Commerçon hat seine Forderung nach 49 zusätzlichen Lehrerstellen erneuert und dabei den Koalitionspartner CDU scharf angegriffen. Es könne nicht sein, dass Mittel für Polizisten, aber nicht für Lehrer bereit gestellt würden.

Bouillon-Vorschlag zu Nachtragshaushalt
Commerçon bringt mehr Lehrerstellen ins Gespräch
Der saarländische Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) unterstützt die Forderung von Innenminister Klaus Bouillon (CDU) nach einem Nachtragshaushalt im Saarland. Er will allerdings nicht nur zusätzliche Polizisten, sondern auch mehr Lehrer einstellen.

Mehr zum Thema im Archiv:

Streit um Lehrerabzug von der Nachmittagsbetreuung
Verbände stellen sich hinter Commerçon
Mehrere Verbände haben sich im Streit um Lehrerstellen schon vor einigen Wochen hinter Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) gestellt. Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft erklären auf SR-Anfrage, sie begrüßen die Reduzierung von Lehrerwochenstunden für die Nachmittagsbetreuung.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 12.08.2019 auf Sr 2 KulturRadio.

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