Über Chancen und Risiken für AKK

Über Chancen und Risiken für AKK

Ein Gespräch mit Hauptstadt-Korrespondentin Dagmar Pepping über Annegret Kramp-Karrenbauer als neue Bundesverteidigungsministerin

Katrin Aue / Onlinefassung: Rick Reitler   17.07.2019 | 14:15 Uhr

Falls Annegret Kramp-Karrenbauer als Chefin der Bundeswehr beweisen kann, dass sie "diesen schwierigen Laden zusammenhalten kann", könnte das ihren Anspruch auf die Kanzlerkandidatur untermauern, meint Hauptstadt-Korrespondentin Dagmar Pepping. Wenn es aber schlecht für AKK laufe, könnte das ihr endgültiges Karriere-Aus bedeuten.

Ernennung in Berlin
Kramp-Karrenbauer ist Verteidigungsministerin
Annegret Kramp-Karrenbauer ist zur neuen Bundesverteidigungsministerin ernannt worden. Die Reaktionen reichen von Lob bis Kritik.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat nun doch überraschend Ursula von der Leyen als Verteidigungsministerin abgelöst, obwohl sie genau das noch wenige Stunden zuvor ebenso ausgeschlossen hatte wie in den Monaten zuvor einen Wechsel ins Kabinett. Damit hat die Saarländerin seit Februar 2018 eine wahre Blitzkarriere hingelegt: Von der CDU-Generalsekretärin über den Posten der Parteichefin bis zur Chefin der deutschen Streitkräfte.

Schlechte Werte

Die Entscheidung für die Personalie Kramp-Karrenbauer sei wohl "unter vier Augen" getroffen worden, vermutet Hauptstadt-Korrespondentin Dagmar Pepping - nämlich von Kramp-Karrenbauer und Kanzlerin Merkel. Die Saarländerin, deren Umfrage- und Zustimmungswerte zuletzt "in den Keller gerauscht" seien, gehe damit ein hohes Risiko ein.

Volles Risiko

Als Verteidigungsministerin könne sie nun zwar zeigen, "dass sie diesen schwierigen Laden zusammenhalten kann" und damit ihren Anspruch auf die Kanzlerkandidatur untermauern, sagte Pepping im Gespräch mit SR-Moderatorin Katrin Aue. Wenn es aber schlecht laufe, könnte dies das endgültige Karriere-Aus für die Christdemokratin bedeuten.

Der andere Blickwinkel:

"AKK" Verteidigungsministerin
"Die letzte Chance, das Ruder nochmal rumzureißen"
Viele Beobachter aus dem politischen Berlin einschließlich mancher CDU-PolitikerInnen sind von der Personalentscheidung, Annegret Kramp-Karrenbauer zur Verteidigungsministerin zu machen, "eiskalt erwischt" worden, wie Hauptstadt-Korrespondentin Franka Welz im SR-Interview bestätigt. Höchstwahrscheinlich habe auch die K-Frage eine Rolle gespielt.

"AKK brauchte Platz am Kabinettstisch"
Audio [SR 3, (c) SR/Michael Friemel im Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Dirk van den Boom, 17.07.2019, Länge: 02:27 Min.]
"AKK brauchte Platz am Kabinettstisch"

AKK: Weiterer Schritt zur Kanzlerschaft?
Audio [SR 1, Kerstin Mark, Uli Hauck, 17.07.2019, Länge: 02:12 Min.]
AKK: Weiterer Schritt zur Kanzlerschaft?
Annegret Kramp-Karrenbauer ist die neue Bundesverteidigungsministerin. Ein weiterer Schritt hin zur Kanzlerschaft? Hauptstadtkorrespondent Uli Hauck geht der Frage im Gespräch mit SR-Moderatoren Christian Balser und Kerstin Mark nach.


Hintergrund

Annegret Kramp-Karrenbauer hat das Amt der Bundesverteidigungsministerin am Vormittag des 17. Juli von Ursula von der Leyen übernommen.

Von der Leyen war am Abend zuvor mit knapper Mehrheit zur EU-Kommissionspräsidentin gewählt worden: Bei der Abstimmung im Straßburger Europa-Parlament bekam die umstrittene Kandidatin nur neun Stimmen mehr als benötigt.

Glückwünsche und Mahnungen für Ursula von der Leyen
Audio [SR 2, Franka Welz, 17.07.2019, Länge: 03:10 Min.]
Glückwünsche und Mahnungen für Ursula von der Leyen
Hauptstadt-Korrespondentin Franka Welz hat einige Reaktionen aus dem politischen Berlin auf die Wahl von Ursula von der Leyen zur Chefin der EU-Kommission zusammengetragen.

"Sie war nicht bereit unsere großen Punkte zu erfüllen"
Audio [SR 3, (c) SR/Michael Friemel im Gespräch mit Sven Giegold, 17.07.2019, Länge: 3:47 Min.]
"Sie war nicht bereit unsere großen Punkte zu erfüllen"
Nicht für Ursula von der Leyen gestimmt haben die Grünen. Der Wirtschaftswissenschaftler und Politiker Sven Giegold sitzt für die Grünen im Europaparlament. SR-Moderator Michael Friemel hat mit ihm über sein Abstimmungsverhalten gesprochen.

Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" vom 17.07.2019 auf SR 2 KulturRadio. Das Archivfoto ganz oben stammt vom 6. September 2011: Oberst Frank Rapp, der stellvertretende Kommandeur der Saarlandbrigade, übergab der damaligen neuen saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) anlässlich eines Rückkehrappells auf dem Ludwigsplatz in Saarbrücken ein Flagge des Saarlandes.

Artikel mit anderen teilen