"Nicht mehr nach Himmelsrichtung, sondern nach Bedürftigkeit"

"Nicht mehr nach Himmelsrichtung, sondern nach Bedürftigkeit"

Am 10. Juli soll der Abschlussbericht der "Kommission für gleichwertige Lebensverhältnisse" des Bundes vorgestellt werden

Jochen Erdmenger im Gespräch mit Berlin-Korrespondent Uli Hauck   10.07.2019 | 08:45 Uhr

Inwiefern unterscheidet sich das Leben in München, Wadern, Duisburg, Emden oder in Saarbrücken-Burbach? Ein Jahr lang hat die Kommission "Gleichwertige Lebensverhältnisse" des Bundes die Landstriche Deutschlands unter die Lupe genommen - und erhebliche Unterschiede für die einzelnen Regionen festgestellt.

Am 10. Juli wollen sich Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, Familienministerin Franziska Giffey und Innenminister Horst Seehofer dazu äußern - bei der offiziellen Präsentation des Abschlussberichts der Kommission für gleichwertige Lebensverhältnisse.

Hoffen auf Paradigmenwechsel

Viele dauerklamme Städte und Gemeinden hoffen auf den großen Paradigmenwechsel, meint Berlin-Korrespondent Uli Hauck: Wird der Bund sich endlich bereit erklären, die hoffnungslos überlasteten Kommunalhaushalte - auch im Westen der Republik - zu unterstützen und auch sonst politische Lösungen für die vielen teils erheblichen Unterschiede der Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land, Nord und Süd, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern angehen?

Die große Frage werde letztlich sein, wie viele Milliarden der Bundeshaushalt für welche Art Hilfe locker machen werde, so Hauck im Gespräch mit Moderator Jochen Erdmenger.

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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 10.07.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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