"Tsipras hatte die Arroganz der Macht spüren lassen"

"Tsipras hatte die Arroganz der Macht spüren lassen"

Ein Interview mit Euthymia Graßmann-Gratsia, der Vorsitzenden der deutsch-griechischen Gesellschaft Saar, nach der Parlamentswahl in Griechenland

Jochen Erdmenger   08.07.2019 | 08:15 Uhr

Die Ablösung von Alexis Tsipras durch Kyriakos Mitsotakis ist für Euthymia Graßmann-Gratsia keine große Überraschung. Die Vorsitzende der deutsch-griechischen Gesellschaft Saar ist der Meinung, Tsipras habe sich im Wahlkampf zu viele Fehler geleistet - unter anderem Lügen, Desinteresse für die Jugendarbeitslosigkeit und Arroganz.

Alexis Tsipras ist Geschichte in Athen - nach der Parlamentswahl in Griechenland muss der nun abgewählte Ministerpräsident der linksgerichteten Syriza-Partei die Regierungsgeschäfte an Kyriakos Mitsotakis, den Parteivorsitzenden der konservativen Partei Nea Demokratia, abtreten.

Absolute Mehrheit für Mitsotakis

Mitsotakis kann wegen des besonderen Wahlrechts wohl mit absoluter Mehrheit regieren. Er hatte u. a. versprochen, eine "Investitionsexplosion" zu zünden und Steuern zu senken.

Zu viele Fehler von Tsipras

Für Euthymia Graßmann-Gratsia, die Vorsitzende der deutsch-griechischen Gesellschaft Saar, sind Mitsotakis' Sieg und Tsipras' Abstrafung keine große Überraschung. Im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger spricht sie u. a. über die größten Fehler von Tsipras - nämlich Lügen, Desinteresse für die Jugendarbeitslosigkeit und Arroganz.

Griechenland am Morgen nach der Wahl:

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In Griechenland hat die konservative Nea Dimokratia die Parlamentswahl gewonnen. Parteichef Mitsotakis soll noch Tag nach der Wahl als neuer Ministerpräsident vereidigt werden. Die Liste seiner Versprechen ist lang.


Hintergrund - Mehr zum Thema im Archiv:

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"Es geht dem Land immer noch nicht wirklich gut"
Am 7. Juli entscheiden die Griechen, ob Alexis Tsipras als Ministerpräsident abgelöst wird. Sein Herausforderer, Kyriakos Mitsotakis von der konservativen Partei Nea Demokratia, liegt laut Umfragen aktuell vorn. SR-Moderator Peter Weitzmann hat mit dem Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Athen, Ulrich Storck, über die Lage im Land gesprochen.

Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" vom 08.07.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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