Am 20. September soll der "CO2-Preis" feststehen

Am 20. September soll der "CO2-Preis" feststehen

Ein Gespräch mit Hauptstadt-Korrespondent Uli Hauck über die Ergebnisse des "Klimakabinetts" vom 18. Juli

Katrin Aue. Onlinefassung: Rick Reitler   19.07.2019 | 07:25 Uhr

Tanken, Heizen und wohl vieles mehr werden für die Deutschen demnächst wohl erheblich teurer: Beim "Klimakabinett" in Berlin waren sich am 18. Juli alle einig, dass ein "CO2-Preis" für Verbraucher kommen soll. Am 20. September will das Gremium ein "Komplettprogramm" dafür vorlegen, das Art, Höhe und Verwendungszweck genau beschreibt.

Ulrich Hauck (Foto: Pasquale D'Angiolillo)
Uli Hauck (Foto: Pasquale D'Angiolillo)


Deutschland will seinen CO2-Ausstoß bis 2030 stark reduzieren, 55 Prozent weniger als noch 1990. Dass dafür ein "CO2-Preis" eingeführt werden wird, der u. a. Tanken und Heizen für die Steuerzahler erheblich verteuern soll, steht seit dem Beginn des Treffens des Groko-Klimakabinetts am 18. Juli in Berlin schon so gut wie fest.

Details unklar

Wann und in welcher Form und Höhe der CO2-Preis kommen soll, darüber schieden sich allerdings noch die Geister, wie SR-Reporter Uli Hauck berichtet. Für welche Investitionen, Maßnahmen oder Subventionen die Milliarden der Verbraucher verwendet werden sollen, sei ebenfalls noch völlig unklar. Bis zum 20. September solle das Konzept für ein "Komplettprogramm" aber fertig sein, bestätigte Hauck im Gespräch mit SR-Reporterin Katrin Aue.

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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 19.07.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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