CO2-Pläne: Rund zehn Cent mehr für Kraftstoff

Demnächst rund zehn Cent mehr für Kraftstoff?

Uli Hauck. Onlinefassung: Rick Reitler   05.07.2019 | 12:40 Uhr

Laut dreier Gutachten, die das Bundesumweltministerium in Auftrag gegeben hatte, wäre eine Sondersteuer auf Benzin, Diesel und Heizöl das richtige, sozialverträgliche Mittel, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Demnach könnte der Kraftstoff bald rund zehn Cent teurer werden - wenn die Union mitspielt. Ministerin Schulze verspricht schon jetzt eine sozialverträgliche Lösung.

Die Bundesregierung aus Union und SPD diskutiert derzeit - getrieben vom Erfolg der Grünen - über eine Abgabe auf Kohlendioxid (CO2). Bundesumweltministerin Svenja Schulze von der SPD hatte sich bereits im April für eine Steuer ausgesprochen.

Ja von CDU/CSU fehlt noch

Nun werden die Pläne konkreter: Laut dreier Gutachten wäre eine Sondersteuer auf Benzin, Diesel und Heizöl das richtige, sozialverträgliche Mittel. Demnach könnte der Kraftstoff bald rund zehn Cent teurer werden - wenn die Union mitspielt.

"Klimaprämie" soll für Ausgleich sorgen

Bürger mit geringem oder mittlerem Einkommen, Pendler und Mieter sollen unterm Strich aber keine Mehrkosten tragen müssen - und zwar durch die Einführung einer "Klimaprämie, die nicht pro Haushalt, sondern pro Kopf ausgezahlt werden soll", wie SR-Reporter Uli Hauck aus Berlin berichtet. Die Bundesregierung wolle durch diese Erziehungsmaßnahmen keine Mehreinnahmen für den Bundeshaushalt erzielen, habe Schulze versprochen.

Weitere Informationen:

tagesschau.de
Schulze für CO2-Steuer mit "Klimaprämie"
Bundesumweltministerin Schulze plädiert für eine sozial gerecht CO2-Steuer - im Verkehr und beim Heizen. Davon soll aber nicht der Staat profitieren - die Einnahmen sollen über eine "Klimaprämie" an die Bürger zurückgegeben werden.


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Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 05.07.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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