"Die Spanier stehen vor einem Scherbenhaufen"

"Die Spanier stehen vor einem Scherbenhaufen"

Ein Gespräch mit Madrid-Korrespondent Marc Dugge nach der Parlamentswahl in Spanien

Audio: Jochen Erdmenger. Foto: dpa/ Cèzaro De Luca. Onlinefassung: Rick Reitler   29.04.2019 | 07:55 Uhr

Trotz des klaren Siegs der Sozialisten bei den spanischen Parlamentswahlen wird es der bereits amtierende sozialistische Regierungschef Pedro Sanchez schwer haben, eine starke Koalition zu schmieden, meint Madrid-Korrespondent Marc Dugge: "Dieses Parlament ist komplett zersplittert."

Nach der Parlamentswahl stellen die spanischen Sozialisten mit etwa 29 Prozent der Stimmen erneut die stärkste Fraktion. Die konservative Volkspartei rangiert mit knapp 17 Prozent auf Rang zwei. Die rechtsextreme Partei Vox - ein erklärter Gegener der katalanischen Seperatisten - zog mit "nur" rund zehn Prozent ins Parlament ein.

Die Regierungsbildung werde sicherlich nicht einfach werden, meint Madrid-Korrespondent Marc Dugge im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger: Der bereits amtierende sozialistische Regierungschef Pedro Sánchez werde es ähnlich wie schon 2016 schwer haben, eine starke Koalition zu schmieden. "Die Spanier stehen vor einem Scherbenhaufen, denn dieses Parlament ist komplett zersplittert", stellte Dugge fest.

"Guter Tag für die Demokratie"

Von dem befürchteten klaren Rechtsruck könne allerdings nicht die Rede sein. Deshalb wertet er den Wahlsonntag im SR-Interview trotzdem als "guten Tag für die spanische Demokratie".

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