"Macrons Ping-Pong-Spiel dürfte bei den Gelbwesten nicht gut angekommen sein"

"Macrons Ping-Pong-Spiel dürfte bei den Gelbwesten nicht gut angekommen sein"

Ein Gespräch mit Paris-Korrespondentin Sabine Wachs nach der Pressekonferenz von Emmanuel Macron

Audio: Jochen Erdmenger. Foto: dpa/AP/ Michel Euler. Onlinefassung: Rick Reitler   26.04.2019 | 07:45 Uhr

Emmanuel Macrons Taktik, die Gelbwesten mit Einkommensteuersenkungen ruhig stellen zu wollen, dürfte gründlich daneben gegangen sein, meint SR-Pariskorrepondentin Sabine Wachs. Viele seiner Gegner glaubten, der Präsident habe mit seiner Pressekonferenz "noch mehr Öl ins Feuer gegossen". Am Samstag und am 1. Mai dürften die Straßenproteste in Frankreich deshalb wohl kaum abebben.

Sabine Wachs (Foto: Pasquale D'Angiolillo)
Sabine Wachs

Erst die Bürgerdialoge, dann das Nachdenken, dann die Pressekonferenz: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat am 25. April im Elysée-Palast seine Reformpläne vorgestellt. In der Hoffnung, die seit Monaten andauernde Protestwelle zum Erliegen zu bringen, versprach er u. a. Einkommensteuersenkungen für den französischen Mittelstand.

Macron: Nein zu Bürgerreferenden

Doch Macrons Taktik dürfte gründlich daneben gegangen sein, meint SR-Pariskorrepondentin Sabine Wachs: Die Forderungen der Gelbwesten nach einer Vermögenssteuer oder nach mehr direkter Demokratie per Bürgerreferenden seien für Macron nach wie vor kein Thema. Die "Hardliner" unter den Gelbwesten seien deshalb "alles andere als zufrieden", viele sagten, Macron "habe überhaupt nichts verstanden" und nun "noch mehr Öl ins Feuer gegossen". Insgesamt sei Macrons argumentatives "Ping-Pong-Spiel" bei den Gelbwesten "sicher nicht gut angekommen".

Warten auf den 1. Mai

Die Samstagsproteste dürften also weiter gehen: "Wir gehen davon aus, dass jetzt zumindest der 1. Mai und auch der kommende Samstag nicht wesentlich ruhiger wird", sagte Wachs im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger.

Mehr zum Thema:

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 26.04.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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