"Rechtspopulismus wird gesellschaftsfähiger"

"Rechtspopulismus wird gesellschaftsfähiger"

Ein Gespräch mit Berlin-Korrespondentin Isabel Reifenrath über die aktuelle Demokratie-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Audio: Yvonne Schleinhege, Isabel Reifenrath. Foto: SR/Oettinger. Onlinefassung: Rick Reitler   25.04.2019 | 12:40 Uhr

Der so genannte "Rechtspopulismus" ist nach Erkenntnissen der Friedrich-Ebert-Stiftung in der deutschen Mittelschicht zuletzt zwar nicht weiter gewachsen, hat sich aber erhärtet: Große Teile der Deutschen hätten beispielsweise ein negatives Bild von Asylsuchenden oder hängten "Verschwörungstheorien" an, erläuterte Berlin-Korrespondentin Isabel Reifenrath.

Die gesellschaftliche Mitte in Deutschland steht auf sumpfigen Boden und droht ihre demokratische Orientierung zu verlieren - das ist eins der Ergebnisse der neuen "Mitte-Studie" der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, die am 25. April in Berlin vorgestellt wurde.

Gruppenspezifische Abwertung

Der so genannte "Rechtspopulismus" sei zwar nicht weiter angewachsen, habe sich in der Mitte der Gesellschaft aber weiter gefestigt: Große Teile der Befragten hätten beispielsweise ein negatives Bild von Asylsuchenden oder hängten "Verschwörungstheorien" an, erläuterte Berlin-Korrespondentin Isabel Reifenrath im SR-Interview. Auch die Abwertung von Roma und Sinti nehme zu.

"Keine Heilung"

Andererseits habe die Studie auch gezeigt, dass Konzepte wie Demokratie, Vielfalt, Anti-Sexismus oder die EU hohe Zustimmungswerte genössen. "Es werden keine neuen Wunden aufgerissen, aber es gibt auch keine Heilung", so Reifenrath zusammenfassend.

Mehr zum Thema:

Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 25.04.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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