"Individualverkehr kann so nicht bleiben"

"Individualverkehr kann so nicht bleiben"

Ein Gespräch mit Joachim Götz, Lärmschutzexperte beim BUND Saar, zum Internationalen Tag gegen Lärm

Audio: Jochen Erdmenger. Foto: SR Fernsehen. Onlinefassung: Rick Reitler   24.04.2019 | 07:45 Uhr

Der Blieskasteler Lärmschutzexperte Joachim Götz setzt sich für eine weitere Einschränkung des PKW-Verkehrs in Saarbrücken, für Tempo 60 auf dem innerstädtischen Abschnitt der A620 und für ein generelles Tempolimit auf Autobahnen ein. Ein SR-Interview zum Internationalen Tag gegen Lärm.

Der Blieskasteler Ingenieur Joachim Götz, Lärmschutzexperte beim BUND Saar, hat im SR-Interview deutlich mehr Engagement der Stadt Saarbrücken und ihrer Bürgerinnen und Bürger im Kampf gegen den Straßenverkehr gefordert.

Ginge es nach ihm, so müsste die Politik die Mobilität der Autofahrer in der Stadt noch weiter einschränken, außerdem Tempo 60 auf dem innerstädtischen Abschnitt der A620 und auch ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen einführen.

"Ganz andere Wege" bei der Mobilität

Auch in leisen Elektroautos sieht Götz keine Lösung - schon wegen der Abrollgeräusche. "In der Zukunft wird der Individualverkehr etwas zurückgehen müssen", verlangte Götz im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger, "insofern müssen wir uns, was die Mobilität angeht, ganz andere Wege suchen." Der Individualverkehr könne jedenfalls "so nicht bleiben". Das ganze Thema Lärmschutz werde von den Verantwortlichen allerdings seit Jahren "ausgesessen" - trotz verbindlicher EU-Vorgaben. Hier sei der Widerstand der Bürgerinnen und Bürger gefragt.

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