Notre Dame: "Eine sehr schwierige Nummer" für Macron

"Eine sehr schwierige Nummer" für Macron

Ein Gespräch mit Stefan Seidendorf, deutsch-französisches Institut, Ludwigsburg

Audio: Jochen Marmit. Foto: dpa / picture alliance / EPA Pool / Yoan Valat. Onlinefassung: Rick Reitler   17.04.2019 | 07:45 Uhr

"In fünf Jahre steht Notre Dame wieder - schöner als zuvor." Der französische Präsident Emmanuel Macron hat nach dem ersten Schock über den Brand der Kathedrale Notre Dame de Paris seinen Blick wieder demonstrativ nach vorne gerichtet - mit einem offensichtlich "sportlichen" Versprechen.

Fluch oder Segen?

Waren Macrons Worte staatsmännischer Verantwortung geschuldet - oder schon Teil des Wahlkampfs? Ist die Brandkatastrophe letztlich Fluch oder Segen für Macrons Chancen in dem von Protesten gebeutelten Land? In jedem Fall handele es sich um "eine sehr schwierige Nummer, die er jetzt schaffen muss", meint Stefan Seidendorf, der stellvertretende Direktor des deutsch-französischen Instituts Ludwigsburg, im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Marmit.

Hintergrund

Notre Dame soll in fünf Jahren wieder stehen. Das hat der französische Präsident Emmanuel Macron am Abend des 16. April bei einer Fernsehansprache angekündigt. Außerdem dankte er den Feuerwehrleuten, die 15 Stunden lang den Brand bekämpft hatten. Für die Instandsetzung der schwer beschädigten Kirche sollen bereits Spendenzusagen in Höhe von gut 700 Millionen Euro gemacht worden sein.


Die Meinung:

Ein Kommentar von SR-Landespolitikchef Michael Thieser
Sois forte, PARIS !
"Die Baustelle und die rußgeschwärzte Fassade von Notre Dame werden bis auf weiteres wie eine Ruine und wie ein Mahnmal an der Seine stehen, aber sich schon sehr bald auch wieder als ein neues Symbol für den Selbstbehauptungswillen der Franzosen präsentieren", meint SR-Landespolitikchef Michael Thieser in seinem Kommentar.


Mehr zum Thema:

Prof. Karlheinz Stierle, Romanist
"Notre Dame war schon im Mittelalter das Herz von Paris"
Das Ausmaß des Schadens nach dem Brand der Kathedrale Notre Dame ist am Morgen nach dem Feuer noch nicht absehbar - schon gar der Schaden für das Selbstverständnis der Stadt Paris, ihrer Bewohner und den Rest Europas, meint der Saarbrücker Romanist Prof. Karlheinz Stierle im SR-Interview.

Paris
Schwere Schäden in Notre-Dame
Das Feuer, das am Montagabend in der berühmten Pariser Kathedrale Notre-Dame ausgebrochen war, ist nach Angaben eines Feuerwehrsprechers unter Kontrolle. Der entstandene Schaden sei jedoch "dramatisch".

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 17.04.2019 auf SR 2 KulturRadio.

Artikel mit anderen teilen