Thema Sterbehilfe: Vorbild Belgien?

Thema Sterbehilfe: Vorbild Belgien?

Ein Gespräch mit Alexander Göbel, Brüssel, über die liberalen Sterbegesetze in Belgien

Audio: Jochen Marmit, Alexander Göbel. Foto: Lisa Huth, Onlinefassung: Rick Reitler   16.04.2019 | 12:45 Uhr

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe muss die für viele Betroffene zu strengen Sterbehilfe-Gesetze noch einmal auf den Prüfstand stellen. Würde das Nachbarland Belgien mit seinen deutlich liberalen Regeln vielleicht als Vorbild taugen? Brüssel-Korrespondent Alexander Göbel ist da skeptisch.

In Deutschland verbietet der Paragraph 217 des Strafgesetzbuches seit 2015 die "geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung", also die aktive Sterbehilfe. Manche schwer kranke Menschen, Ärzte und Sterbehilfevereine wollen das nicht hinnehmen und haben Verfassungsbeschwerde eingelegt. Am 16. April soll nun das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe darüber entscheiden.

"Moralisch schiefe Ebene"

Würde das Nachbarland Belgien mit seinen europaweit wohl liberalsten Sterbehilferegelungen vielleicht als Vorbild taugen? Dort dürfen im Extremfall sogar Kinder auf eigenes Verlangen getötet werden. Brüssel-Korrespondent Alexander Göbel ist da skeptisch: "Es ist für mich immer noch 'ne moralisch schiefe Ebene. Ich bin mir einfach nicht sicher, ob jetzt dieser Sterbenswunsch von Menschen sich da für eine gesetzliche Regelung eignet", sagte er im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Marmit.

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Ärzte oder Vereine dürfen in Deutschland schwerkranken Menschen nicht helfen, ihr Leben zu beenden. Das hatte der Bundestag 2015 beschlossen. Ob das sogenannte Verbot "geschäftsmäßiger Sterbehilfe" zu weit geht, wird aktuell vor dem Bundesverfassungsgericht verhandelt, weil mehrere Sterbevereine, Ärzte und auch Patienten dagegen geklagt haben. Über das Thema hat SR-Moderator Stephan Deppen mit Heiner Melching, dem Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, gesprochen.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" und "Bilanz am Mittag" vom 16.04.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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