Drei Bedingungen für Brexit-Aufschub

Drei Bedingungen für Brexit-Aufschub

Ein Gespräch mit ARD-Korrespondent Samuel Jackisch am Morgen vor dem EU-Sondergipfel in Brüssel

Audio: Jochen Erdmenger. Foto: dpa/AP/Alastair Grant. Onlinefassung: Rick Reitler   10.04.2019 | 07:40 Uhr
Eine kleine Chronik des Brexit
Audio [SR 2, Jens-Peter Marquardt, 10.04.2019, Länge: 03:20 Min.]
Eine kleine Chronik des Brexit


"Das Datum ist noch völlig ungewiss": London-Korrespondent Samuel Jackisch glaubt nicht daran, dass die EU auf ihrem erst vor knapp zwei Wochen beschlossenen "automatischen" Brexit am 12. April bestehen wird. Keine der beteiligten Seiten auf dem EU-Sondergipfel in Brüssel wolle einen "harten Brexit" zu diesem Termin erleben, sagte Jackisch im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger.

EU-Deal nicht verhandelbar

Relativ klar sei allerdings schon, welche Bedingungen die EU für einen weiteren Brexit-Aufschub an Großbritannien knüpfen werde: Demnach müssten die Briten wohl erstens an der Europawahl Ende Mai teilnehmen, zweitens auf ihr Blockade-Recht bei wichtigen Abstimmungen verzichten und drittens das schon vor Monaten ausgehandelte EU-Austrittsabkommen unverändert akzeptieren.

May bittet um Aufschub

Die britische Premierministerin Theresa May hatte der EU vor wenigen Tagen eine Verlängerung der Brexit-Frist bis zum 30. Juni vorgeschlagen. Eine Teilnahme Großbritanniens an der Europawahl werde vorbereitet.


Hintergrund:

tagesschau.de: EU-Gipfel zum Brexit
Briten auf dem "Schleudersitz"
Der EU-Sondergipfel könnte heute einer Verlängerung des Brexit-Aufschubs zustimmen. Doch in Brüssel zeigt sich auch: Die Regierungschefs sind mit ihrer Geduld langsam am Ende.


Mehr zum Thema im Archiv:

May bittet um weiteren Aufschub
Strategiewechsel in der Brexit-Debatte
Die britische Premierministerin Theresa May hat bei der EU erneut um Aufschub des Brexit gebeten. Trotz erster Kooperationsgespräche zwischen Regierung und Opposition in Großbritannien sei ein geregelter Brexit bis zum 12. April nicht wahrscheinlich. ARD-Korrespondent Samuel Jackisch prognostiziert einen Strategiewechsel in London.

Politik & Wirtschaft
Saarland bereitet sich auf harten Brexit vor
Ein harter Brexit, also ein EU-Austritt Großbritanniens ohne gültiges Abkommen, würde auch das Saarland hart treffen. Am Freitag könnte dieses Szenario tatsächlich eintreten. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) hat Maßnahmen vorgestellt, mit denen die Landesregierung die saarländischen Unternehmen unterstützen will.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 10.04.2019 auf SR 2 KulturRadio.

Artikel mit anderen teilen