Ärzte ohne Grenzen gegen Ende der "Aktion Sophia"

Ärzte ohne Grenzen gegen Ende der "Aktion Sophia"

Philipp Frisch von "Ärzte ohne Grenzen" über die Situation im Mittelmeer

Audio: Stephan Deppen. Foto: dpa / picture alliance / Daniel Duart. Onlinefassung: Sebastian Wachs   27.03.2019 | 12:40 Uhr

Die Europäische Union will den Marineeinsatz "Aktion Sophia" im Mittelmeer vorerst beenden. Für Philipp Frisch von der NGO-Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" ein No-Go: "Ein Boot in Seenot muss gerettet werden", sagte er im Gespräch mit SR-Moderator Stephan Deppen.

Durch den Einsatz von europäischen Marineschiffen oder durch privat eingesetzte Schiffe sind in den vergangenen Jahren zehntausende Menschen auf der Flucht übers Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet worden. Die Europäische Union will den Marineeinsatz namens "Aktion Sophia" nun aber vorerst beenden.

"Humanitärer Grundsatz"

Für Philipp Frisch von der NGO-Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" ein No-Go: "Ein Boot in Seenot muss gerettet werden", sagte er im Gespräch mit SR-Moderator Stephan Deppen. Dies sei ein "humanitärer Grundsatz".

"Staatlich organisierte Seenotrettung"

Statt private Hilfsorganisationen zu kriminalisieren, die mit ihren Schiffen im Mittelmeer aktiv sind, solle die Politik sich lieber wieder auf die Rettung der Ertrinkenden im Mittelmeer konzentrieren. Frisch verlangt von den europäischen Ländern, speziell von Deutschland, den Fokus wieder auf die Flüchtenden zu legen - mithilfe einer "staatlich organisierten Seenotrettung". Zurzeit springe Deutschland "nicht in die Bresche".


Hintergrund:

tagesschau.de
EU will Marineeinsatz vor Libyen beenden
Zehntausende Flüchtlinge wurden in den vergangenen Jahren durch die EU-Mission Sophia im Mittelmeer gerettet. Jetzt soll der Marineeinsatz laut Nachrichtenagenturen beendet werden - Italien hat ein Veto eingelegt.

Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 27.03.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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