"Das Allerwichtigste ist barrierefreier, bezahlbarer Wohnraum"

"Das Allerwichtigste ist barrierefreier, bezahlbarer Wohnraum"

Ein Gespräch mit Christa Maria Rupp, der Landesbehindertenbeauftragten des Saarlandes

Audio: Holger Büchner. Foto: Pasquale D'Angiolillo. Onlinefassung: Rick Reitler   26.03.2019 | 06:45 Uhr

Christa Maria Rupp, die Landesbehindertenbeauftragte des Saarlandes, wünscht sich zum zehnten Jahrestag der UN-Behindertenrechtskonvention eine größere Offenheit von Arbeitgebern und mehr barrierefreien, günstigen Wohnraum. Auf Förderschulen könne man im Saarland noch nicht verzichten.

Das "Bündnis für inklusive Bildung" hat zum zehnten Jahrestag der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) deutlich größere Anstrengungen für ein erfolgreiches inklusives Schulsystem gefordert.

Video [aktueller bericht, 26.03.2019, Länge: 3:03 Min.]
Immer noch Schwierigkeiten beim Reisen für Menschen mit Behinderung

Bis auf weiteres Förderschulen nötig

Christa Maria Rupp, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen (Foto: imago/Becker&Bredel)
Christa Maria Rupp, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen (Foto: imago/Becker&Bredel)

Auch Christa Maria Rupp, die saarländische Landesbehindertenbeauftragte, sieht in Bildungseinrichtungen noch Nachholbedarf. "Im Bereich der Inklusion für Kinder sind auch im Saarland wesentliche Schritte unternommen. Viele Kinder werden bereits in Regelschulen unterrichtet; es gibt inklusive Kindertagesstätten, die Inklusion läuft da fast am besten nach meinem Wissen, nach meinem Kenntnisstand", lobte Rupp im Gespräch mit SR-Moderator Holger Büchner. In vielen Schulen aber gebe es noch Probleme: "Ich bleibe nach wie vor dabei: So lange das schulische Konzept, das Bildungskonzept, noch nicht völlig umgekrempelt ist, sag ich mal, und die notwendigen Hilfen vorhanden sind in den Klassen, ist es nach wie vor unabdingbar, auch Förderschulen vorzuhalten."

Arbeitsplätze und Wohnraum Mangelware

Generell sei in Deutschland schon viel Gutes auf den Weg gebracht worden - noch immer aber sei es für Betroffene schwer, Arbeit zu finden - sogar für blinde Akademiker.

Was Menschen mit "kognitiven Einschränkungen" angehe, fehle es auf dem freien Arbeitsmarkt ebenfalls immer noch am Einsatzwillen und Vertrauen der Arbeitgeber, sagte Rupp. Das schlimmste Manko aber sehe sie im Mangel an barrierefreiem, bezahlbarem Wohnraum.

Wird beim Bauen an Rollstuhlfahrerinnen und –fahrer gedacht?  (Foto: SR)

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 26.03.2019 auf SR 2 KulturRadio.

Artikel mit anderen teilen