Brexit: "Es bleiben die Fronten verhärtet"

"Es bleiben die Fronten verhärtet"

Ein Gespräch mit London-Korrespondent Thomas Spickhofen

Audio: Holger Büchner. Foto: dpa/picture alliance / Taylor. Onlinefassung: Rick Reitler   25.03.2019 | 08:45 Uhr

Nach Einschätzung von London-Korrespondent Thomas Spickhofen gibt es derzeit keine Chance für Premierministerin May, ihren "EU-Deal" durchzuboxen: Die Fronten seien nach wie vor verhärtet, Mays Schicksal weiter ungewiss, sagte Spickhofen im Gespräch mit SR-Moderator Holger Büchner.

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Bis spätestens zum 12. April muss die Mehrheit der britischen Unterhaus-Abgeordneten "Yes" zu jenem Abkommen mit der EU sagen, das schon zwei Mal krachend abgelehnt worden war - andernfalls tritt der "Harte Brexit" automatisch in Kraft.

Nach Einschätzung von London-Korrespondent Thomas Spickhofen gibt es allerdings auch nach den Weekend-Gesprächen von Theresa May noch immer keine realistische Chance für die Premierministerin, ihren "Deal" durchzuboxen: Die Fronten seien nach wie vor verhärtet, Mays Schicksal weiter ungewiss, sagte er im Gespräch mit SR-Moderator Holger Büchner. Klar sei lediglich, dass zurzeit wohl noch nicht einmal ihr Stellvertreter David Livington freiwillig bereit wäre, Mays Posten in Downing Street Number Ten zu übernehmen.

Archivfoto oben: David Lidington (l-r), Vize-Premierminister von Großbritannien, Theresa May, Premierministerin, und Philip Hammond, Finanzminister, sitzen während der Prime Minister's Questions, der Fragestunde des Premierministers, im Unterhaus.


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