Wachsendes Konfliktpotenzial für die GroKo?

Wachsendes Konfliktpotenzial für die GroKo?

Ein Gespräch mit dem Saarbrücker Politikwissenschaftler Prof. Dirk van den Boom

Audio: Thomas Shihabi. Foto: SR Fernsehen, Onlinefassung: Rick Reitler   12.03.2019 | 12:40 Uhr

Nach einem Jahr "Groko" in Berlin rechnet der Politikwissenschaftler Prof. Dirk van den Boom angesichts eines drohenden Konjunktureinbruchs mit neuen Streitigkeiten zwischen Union und SPD über "wirtschaftspolitische Weichenstellungen". Die SPD sieht er im Dilemma zwischen "linken Ansätzen" und mangelnder Machtperspektive.

Politikwissenschaftler Dirk Van den Boom (Foto: SR)
Dirk Van den Boom im SR-Studio

Nach einem halben Jahr zäher Verhandlungen hatten Union und SPD in Berlin am 12. März 2018 ihren Koalitionsvertrag unterzeichnet. Ein Jahr danach sieht der Saarbrücker Politikwissenschaftler Dirk van den Boom wieder neuen Konfliktstoff für das Zweckbündnis - nicht zuletzt durch die drei neuen Personen auf den Chefstühlen der Parteien.

Wirtschaft vs. Soziales

Vor allem angesichts einer drohenden "Rezession" rechne er mit neuen Streitigkeiten über die "wirtschaftspolitische Weichenstellungen", sagte van den Boom im Gespräch mit SR-Moderator Thomas Shihabi. Immerhin habe sich die SPD ja jüngst entscheiden, ihr Profil wieder über sozialpolitsche Fragen zu schärfen.

Das Dilemma der SPD

Für van den Boom stecken die Sozialdemokraten damit weiter in ihrem grundsätzlichen Dilemma: Zurzeit gebe es bei den Wählern wohl keine Mehrheit für "eher linke Ansätze" - und damit für die SPD eben auch keine "Machtperspektive jenseits der Großen Koalition".


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