Insektenforscher fordert mehr Hilfe für Bio-Landwirte

Bio-Landwirte unterstützen, Artensterben verhindern

Ein Gespräch mit dem Insektenforscher Prof. Dr. Lars Krogmann über das bayerische Volksbegehren für ein strengeres Naturschutzgesetz

Audio: Holger Büchner, Foto: ab/SR Fernsehen, Onlinefassung: Rick Reitler   13.02.2019 | 07:25 Uhr

In manchen Gebieten Deutschlands ist in den vergangenen drei Jahrzehnten die Zahl der Fluginsekten um 75 Prozent geschrumpft - und entsprechend auch die Zahl der Vögel, die von Bienen, Wespen udn Co. leben. Mehr als eine Million Menschen in Bayern verlangen deshalb ein strengeres Naturschutzgesetz für ihr Bundesland. Die Kernforderungen: 30 Prozent ökologische Landwirtschaft, mehr Blühwiesen und weniger Pestizide.

Mehr Geld für Öko-Bauern

Traktor verteilt Insektengift auf Feld (Foto: SR)
Ein bayerisches Volksbegehren kämpft u. a. gegen zu viel Pestizide in der Landwirtschaft

Für den Insektenforscher Prof. Dr. Lars Krogmann ist es längst höchste Zeit dafür: "Ich hab sogar den Eindruck, dass die Bevölkerung viel weiter ist als die Politiker", sagte Krogmann im Gespräch mit SR-Moderator Holger Büchner.

Zwei seiner eigenen Hauptforderungen: Die relativ kleinen, verstreuten Biotop-Inseln müssten so miteinander verbunden werden, dass die Insektenpopulationen sich untereinander austauschen könnten. Außerdem müsste die ökologische Landwirtschaft noch mehr Unterstützung von der Politik erfahren: "Die sollen einfach mehr für ökologische Leistungen auch bezahlt werden. Das muss sich richtig lohnen, finanziell auch, für den Landwirt", forderte Krogmann. Das seit Langem auf europäischer Ebene geltende Prinzip "Mehr Fläche = mehr Geld" gehöre ersetzt: "Wir wollen möglichst viele, eher kleinere Betriebe erhalten, weil kleine Felder in der Regel bedeuten, dass wir hier viel mehr Randstrukturen im Verhältnis zur Feldgröße haben."


Die zweite Meinung:

tagesschau.de: Die Meinung
Heilsamer Druck aus Bayern
Das erfolgreiche Volksbegehren "Rettet die Bienen" setzt zur rechten Zeit ein Zeichen in der Agrarpolitik. Wenn Umweltschützer mehr Druckmittel bekommen, reicht ihre Kraft über Bayern hinaus, meint SWR-Redakteur Werner Eckert in seinem Kommentar.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 13.02.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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