Gelbwesten in Méricourt

Offener Austausch erwünscht

Wie der Bürgermeister des Dorfes Méricourt mit Gelbwesten-Anhängern in Dialog tritt

Audio: Marcel Wagner   15.01.2019 | 07:55 Uhr

"Ab dem 20. ist nichts mehr auf meinem Konto." Solche und ähnliche Botschaften haben die Einwohner des französischen Dorfes Méricourt in das Beschwerdeheft ihrer Gemeinde geschrieben. Es soll helfen, die Spannungen zwischen den Anhängern der "Gelbwesten" und dem Bürgermeister abzubauen.

Nach den zahlreichen Protesten der französischen Gruppierung "Gilets jaunes" (Gelbwesten), die seit Ende 2018 gegen den politischen Kurs in Frankreich demonstriert, versucht die Regierung nun eine landesweite Debatte anzuregen, in der die Bürger ihre Wünsche und Erwartungen zum Ausdruck bringen sollen. Die bislang erfolgreichste Initiative kommt allerdings nicht direkt aus Paris, sondern aus Méricourt, einem kleinen Dorf im Département Yvelines in der Nähe der Hauptstadt.

Wörter gegen Wut

Mithilfe eines "Beschwerdebuches" will der Bürgermeister den Dialog mit den Menschen fördern - und so helfen, der Wut ein Ventil zu verschaffen: Wörter statt Straßenblockaden. Immer wieder liest man im Beschwerdebuch beispielsweise von der mangelhaften Busverbindung nach Paris, die offenbar viele Pendler besonders ärgert.

Nach dem Vorbild von Méricourt haben landesweit tausende Bürgermeister die Idee übernommen und ihre Gemeinden ebenfalls zum konstruktiven, offenen Dialog mit der Regierung aufgefordert. Ganz im Sinne von Präsident Macron.

Über dieses Thema wurde in der Sendung "Der Morgen" vom 15.01.2019 berichtet.

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