Rot-Grün "auf absehbare Zeit keine Option" mehr

Rot-Grün "auf absehbare Zeit keine Option" mehr

Interview mit Prof. Hubert Kleinert, Bündnis 90/Die Grünen, mit einem Ausblick auf das Jahr 2019 aus "grüner" Sicht

Audio: Stephan Deppen, Foto: dpa/Werner Baum, Onlinefassung: Rick Reitler   09.01.2019 | 12:40 Uhr

Prof. Hubert Kleinert, ehemaliger "grüner" Vorstandssprecher, glaubt für die nächste Bundestagswahl an eine Jamaika-Koalition als die wahrscheinlichste Regierungskoalition. Einem rot-rot-grünen oder auch rot-grünen Bündnis erteilte er im Gespräch mit SR-Moderator Stephan Deppen bis auf weiteres eine Absage - schon "aus arithmetischen Gründen".

Der ehemaligen "grünen" Vorstandssprecher und Ex-Landesvorsitzende in Hessen, Prof. Hubert Kleinert, sieht in einer Jamaika-Koalition oder "perspektivisch" in einem schwarz-grünen Bündnis die aussichtsreichsten Regierungsoptionen nach der nächsten Bundestagswahl - wann immer diese auch stattfinden werde. Seiner Ansicht nach könne es "gut sein, dass noch vor Ablauf der normalen Legislaturperiode in Berlin sich eine Änderung abspielen könnte". Wahrscheinlich werde es dann "auf Jamaika hinauslaufen", sagte Kleinert im Gespräch mit SR-Moderator Stephan Deppen.

SPD aus dem Rennen

Einem Bündnis mit der SPD erteilte Kleinert eine vorläufige Absage: "Angesichts der Tatsache, das die SPD ja nun in einer massiven Krise ist, muss man nicht Politikwissenschaft studiert haben, um zu erkennen, dass Rot-Grün in absehbarer Zeit eigentlich gar keine Option sein kann - schon aus arithmetischen Gründen." Auch eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen sei arithmetisch zurzeit höchstens irgendwo auf Landesebene denkbar - nicht aber als Option für eine Bundesregierung. Von daher bliebe den Grünen momentan nur die Union als potenzieller Regierungspartner übrig. "Es liegt ja auf der Hand, dass das die Alternative sein könnte zu dem, was immer noch große Koalition genannt wird, was aber so groß ja gar nicht mehr ist."

Herbstlicher Dämpfer für Grünen-Höhenflug?

Sollte Kleinert recht behalten, wäre Bündnis 90/Die Grünen im Bund damit bald wieder in der Regierungsverantwortung - auch wenn der Herbst mit den Landtagswahlen in drei östlichen Bundesländern den Grünen wohl maximal zehn Prozentpunkte einbringen werde, sagte Kleinert. "Dann wird der Hype vermutlich ein wenig abbrechen."

Am 1. September 2019 wird in Brandenburg und Sachsen ein neuer Landtag gewählt, am 27. Oktober in Thüringen.

Ein Thema aus der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 09.01.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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