"Es müsste halt für alle gebaut werden"

"Es müsste halt für alle gebaut werden"

Ein Gespräch mit Dunja Fuhrmann, der Behindertenbeauftragten der Landeshauptstadt Saarbrücken, über barrierefreies Wohnen

Audio: Jochen Erdmenger, Foto: Rick Reitler   03.12.2018 | 08:15 Uhr

Zum Welttag der Menschen mit Behinderung hat SR-Moderator Jochen Erdmenger mit Dunja Fuhrmann, der Behindertenbeauftragten der Stadt Saarbrücken, u. a. über ständige Kompromisse beim Wohnen, gesetzliche Quoten für barrierefreie Neubauten und über das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit gesprochen.

Dunja Fuhrmann setzt sich als Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt Saarbrücken u. a. für mehr geeignete Wohnungen für Betroffene ein: Am besten sollten alle Neubauprojekte von voneherein vollständig barrierefrei für alle möglichen Arten von Beeinträchtigungen geplant werden, fordert Fuhrmann.

Wohnungen, die auch für Menschen, die im Rollstuhl sitzen, uneingeschränkt zugänglich und nutzbar sind, sind im Saarland gar nicht vorgesehen.

Drei Millionen Apartments fehlen

Ein Rollstuhlfahrer (Foto: Pasquale D'Angiolillo )
Ein Rollstuhlfahrer (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Immerhin fehlten in Deutschland bis zum Jahr 2030 wahrscheinlich drei Millionen barrierefreie Wohnungen, allein für Rollstuhlfahrer mehr als eine halbe Million, sagte Fuhrmann im SR-Interview - und das, obwohl der Mehrpreis für voll umfänglich nutzbare, behindertengerechte Apartments unter einem Prozent liege. Von daher sehe sie keinen Grund, nicht von vorneherein alle neuen Mietwohnungen auch voll umfänglich für die Bedürfnisse von Menschen mit allen möglichen Behinderungen zu planen: "Es müsste halt für alle gebaut werden."

Zum Welttag der Menschen mit Behinderung hat SR-Moderator Jochen Erdmenger mit Fuhrmann u. a. über ständige Kompromisse, gesetzliche Quoten und das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit gesprochen.


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