Warum es auf das Duell "AKK vs. Merz" hinausläuft

Warum es auf das Duell "AKK vs. Merz" hinausläuft

Ein Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Prof. Dirk van den Boom über die KandidatInnen für den CDU-Parteivorsitz

Audio: Stephan Deppen, Archivfoto: dpa / Axel Heimken   20.11.2018 | 12:40 Uhr

Für den Politologen Prof. Dirk van den Boom ist klar: Am 8. Dezember wird das Rennen um die Nachfolge von Angela Merkel als CDU-Parteivorsitzende zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz entschieden. "Jens Spahn ist überall durchweg abgeschlagen auf Platz drei", sagte van den Boom im Gespräch mit SR-Politikredakteur Stephan Deppen.

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Die zweite von insgesamt acht "Regionalkonferenzen" der SpitzenkandidatInnen für den CDU-Parteivorsitz geht am Abend des 20. November in Idar-Oberstein unweit der saarländischen Grenze über die Bühne. Wird Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrem "Heimspiel" weiter punkten? Oder können Friedrich Merz und Jens Spahn vor ihren Parteifreunden aus dem Südwesten Boden gutmachen?

"Spahn abgeschlagen"

Für den Politikwissenschaftler Prof. Dirk van den Boom ist klar: Bis die Deligierten im Dezember abstimmen dürfen, könne zwar noch viel passieren - am Ende aber werde das Rennen zwischen "AKK" und Friedrich Merz entschieden. "Jens Spahn ist überall durchweg abgeschlagen auf Platz drei", sagte van den Boom im Gespräch mit SR-Politikredakteur Stephan Deppen.

Merz zu reich?

Entscheidend werde sein, wie die Bewerber "mit ihren Schwächen umgehen", sagte van den Boom. Friedrich Merz werde sich wohl mit dem Vorwurf auseinandersetzen müssen, als Einkommensmillionär in sozialen Fragen zu konservativ aufgestellt zu sein. An einem "Feindbild" Merz könnten sich dann linke Parteien wie SPD und Linke gut "abarbeiten". So gesehen wäre Merz für die linke Opposition "ein Glücksfall", sagte van den Boom.

AKK: hohe Glaubwürdigkeit

Weniger Reibungsfläche böte gerade in sozialen Fragen Annegret Kramp-Karrenbauer: Schon wegen ihrer politischen Vergangenheit als Ministerpräsidentin des Saarlandes werde ihr mehr Glaubwürdigkeit zugebilligt, stellte van den Boom fest. Ihre Anhänger schätzten zudem den ruhigen Führungsstil von AKK: "Es gibt für sie überhaupt keinen Grund, dieses Verhalten zu ändern."

Der Bundesparteitag der CDU mit der Wahl einer oder eines neuen Parteivorsitzenden findet am 7. und 8. Dezember in Hamburg statt.


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Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 20.11.2018 auf SR 2 KulturRadio.

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