100 Jahre Frauenwahlrecht: Von damals bis heute

100 Jahre Frauenwahlrecht: Von damals bis heute

Ein Gespräch mit der Politikwissenschaftlerin Dr. Gesine Fuchs

Audio: Steffen Kolodziej   09.11.2018 | 12:00 Uhr
Politik & Wirtschaft
100 Jahre Frauenwahlrecht
Bei ihrer ersten Wahlmöglichkeit 1919 hatten die Frauen einen regen Gebrauch ihres neuen Rechtes gemacht. Danach sank die Wahlbeteiligung aber zunächst wieder. Mittlerweile geben Frauen im Saarland tendenziell eher häufiger als Männer ihre Stimme ab.


Gegen den Widerstand mancher Männer wurde wenige Tage nach der Kapitulation Deutschlands im Ersten Weltkrieg am 12. November 1918 das Frauenwahlrecht eingeführt - auf Beschluss der damals sechsköpfigen Regierung aus SPD- und USPD-Mitgliedern. Zwei Monate später durften die Frauen damit an der Wahl der Deutschen Nationalversammlung teilnehmen. Im Gespräch mit SR-Moderator Steffen Kolodziej erläutert die Politikwissenschaftlerin Dr. Gesine Fuchs die Hintergründe des historischen Meilensteins.

Einige Auszüge aus dem Interview:

"Die Sozialdemokraten befürchteten, Frauen könnten viel konservativer und christlicher wählen und die Konservativen umgekehrt."

"Die Argumente gegen das Frauenwahlrecht befeuerten die Ängste: Dass Frauen keine politische Urteilsurkraft haben, dass sie irrational und emotionsgesteuerter sind. Würde bedeuten, Frauen sind auch viel manipulierbarer."

"Die These, dass verheiratete Frauen wie ihre Männer wählen, ist stereotyp beladen. Dass Frauen inkompetent sind, politisch nicht Bescheid wissen, sich am Mann orientieren. 'Die wählen wie ihre Männer' war ein beliebtes Argument gegen die Einführung des Frauenwahlrechts in der Schweiz“ (Die Schweiz führte Das Frauenwahlrecht erst 1971 ein)

Festakt in Berlin

Bei der Veranstaltung am 12. November werden unter anderem Bundeskanzlerin Merkel und Frauenministerin Giffey sprechen. Das erste Mal, dass Frauen stimmberechtigt und wählbar waren, war bei der Wahl zur Weimarer Nationalversammlung am 19. Januar 1919 - zwei Monate nach Einführung des Gesetzes.


Ein Interview zur ARD Themenwoche 2018

Die ARD-Themenwoche auf SR 2
Ist das gerecht?
Viele Menschen fühlen sich im Alltag aus unterschiedlichen Gründen ungerecht behandelt. Aber wie wird beurteilt, was gerecht ist und was nicht? Auch SR 2 KulturRadio beleuchtete im Rahmen der ARD-Themenwoche 2018 unterschiedliche Facetten von Gerechtigkeit.

ARD.de: Themenwoche 2018
Gerechtigkeit geht alle an!
Würde Grundeinkommen die Welt gerechter machen? Welchen Einfluss hat die soziale Herkunft auf den beruflichen Erfolg? Und wie viel Rente wäre fair für jung und alt? Die ARD Themenwoche vom 11. bis 17. November 2018 sucht nach Antworten auf Fragen nach Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft. Schon jetzt gibt es spannende Beiträge, erklärende Fakten und filmische Hintergründe - und die Gelegenheit, selbst als Richter zu urteilen!

Artikel mit anderen teilen