Leise Hoffnung auf Waffenstillstand in Gaza

Leise Hoffnung auf Waffenstillstand in Gaza

Nahost-Korrespondent Tim Aßmann über die Stimmung am Gazastreifen

Audio: Jochen Erdmenger / Foto: dpa, Adel Hana / Onlinefassung: Rick Reitler   06.11.2018 | 06:55 Uhr

Nach elf Jahren Hamas-Herrschaft im Gazastreifen stehen die Machthaber unter Druck - die Menschen wollen endlich bessere Lebensbedingungen. Auch Israel wünscht sich ein Ende der Gewalt. Zurzeit herrsche deshalb ein ziemlicher Optimismus in der Region, dass es bald einen Waffenstillstand geben könnte, berichtet Nahost-Korresponendet Tim Aßmann.

Unter ägyptischer Vermittlung könnte es bald zu einer dauerhaften Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel am Gazastreifen kommen, glauben die Vereinten Nationen und auch viele Menschen in dem abgeriegelten Küstengebiet.

"Ein gewisser Handlungsdruck"

Die Gründe für die vorsichtige Hoffnung sieht Nahost-Korrespondent Tim Aßmann vor allem im Widerstand der einheimischen Palästinenser gegen die "desaströsen Lebensbedingungen" nach elf Jahren Hamas-Herrschaft. Wieder bessere Zustimmungswerte zu bekommen, das erhoffe sich die Hamas "durch ein Abkommen mit Israel, durch eine Lockerung der Blockade, durch eine Aufhebung der Sanktionen, durch wirtschaftliche Erleichterung".

Optimismus auf den Straßen

Diesen Wünschen könnte Israel entgegenkommen, denn auch Israel sei nicht an noch mehr Gewalt in der Region interessiert. Von daher herrsche beiderseits "ein gewisser Handlungsdruck", sagte Aßmann im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger. "Und deswegen ist der Optimismus auf den Straßen bei den Menschen auch deutlich größer, als ich ihn in den vergangenen Jahren erlebt habe", berichtete Aßmann.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 06.11.2018 auf SR 2 KulturRadio.

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