"Ich geh' davon aus, dass Annegret Kramp-Karrenbauer das Rennen machen wird"

"Ich geh' davon aus, dass Annegret Kramp-Karrenbauer das Rennen machen wird"

Ein Gespräch mit Hauptstadtkorrespondent Uwe Lueb über die KandidatInnen für den CDU-Parteivorsitz

Audio: Kai Schmieding, Archivfoto: Pasquale D'Angiolillo   30.10.2018 | 07:25 Uhr

Hauptstadtkorrespondent Uwe Lueb geht davon aus, dass CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer die besten Chancen hat, im Dezember das Erbe des Parteivorsitzes von Angela Merkel anzutreten - auch wenn der Landesverband NRW ebenfalls starke Kandidaten aufbieten wird. Selbst wenn "AKK" bei der Abstimmung gegen einen Konkurrenten wie Armin Laschet unterliegen sollte, würde sie "nicht ins Bodenlose fallen", so Lueb im Gespräch mit SR 2-Moderator Kai Schmieding.

Kramp-Karrenbauer habe sich viel Respekt verschafft, wie auch das gute Abstimmungsergebnis bei ihrer Wahl zur Generalsekretärin gezeigt habe. Vor allem aber habe AKK mit ihrer Entscheidung gepunktet, das Amt der Ministerpäsidentin des Saarlandes für den Generalsekretärsposten aufzugeben.

Punkte bei der Basis

Ebenfalls gut angekommen sei ihre monatelange "Zuhör-Tour" durch Deutschland, bei der die Saarländerin das Gespräch mit den Menschen an der Parteibasis gesucht habe. "Die Basis ist es ja letztlich auch, die auf so einem Parteitag mitentscheidet", gab Lueb zu bedenken. "Dass sie Wunschkandidatin mutmaßlich von Angela Merkel ist, spielt vielleicht gar keine so große Rolle."

Sollte im Dezember aber doch ein Mann aus dem konservativen Lager - etwas Jens Spahn oder Friedrich Merz - den Parteivorsitz erobern, dann werde das Regieren für Noch-Kanzlerin Angela Merkel "auf jeden Fall schwerer als es jetzt ist", sagte Lueb.


Hintergrund

Politik & Wirtschaft
Viel Rückhalt für Kramp-Karrenbauers Kandidatur
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Kommentar
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"Mehr preußische Protestantin als ostdeutsche Physikerin"
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Eine Glosse:

Kolumne
Mutti über Bord?
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