"Brasilien steht ein starker Rechtsruck bevor"

"Brasilien steht ein starker Rechtsruck bevor"

Ein Gespräch mit ARD-Korrespondentin Anne Herrberg zur Präsidentschaftswahl in Brasilien

Audio: Kai Schmieding   29.10.2018 | 07:45 Uhr

ARD-Korrespondentin Anne Herrberg sieht den Hauptgrund für den Sieg des "Tropen-Trumps" Jair Bolsonaro in dessen volksnaher Positionierung gegen das Klüngel, Korruption und Gewalt. Ein Mann der harten Hand wie Bolsonaro sei von daher bei vielen enttäuschten Wählern "sehr, sehr gut" angekommen.

Der neue Präsident Brasiliens heißt Jair Bolsonaro. Der als rechtsextrem geltende Ex-Militär hat sich am 28. Oktober bei der Stichwahl mit knapp 56 Prozent der Stimmen deutlich gegen Fernando Haddad von der linken Arbeiterpartei durchgesetzt. Die Anhänger Bolsonaros reagierten mit Autokorsos und Feuerwerk, die Gegner mit Schweigeminuten, wie ARD-Korrespondentin Anne Herrberg im SR 2-Gespräch berichtet.

Gegen Klüngel, Korruption und Gewalt

Herrberg sieht den Hauptgrund für den Erfolg des "Tropen-Trumps" Bolsonaro in dessen volksnaher Positionierung gegen das Establishment, gegen, Eliten, Klüngel, Korruption und die allgegenwärtige Gewalt auf Brasiliens Straßen. Ein Mann der harten Hand wie Bolsonaro sei von daher bei vielen enttäuschten Wählern "sehr, sehr gut" angekommen. Herrberg selbst ist überzeugt: Brasilien stehe nun "ein starker Rechtsruck bevor".


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 29.10.2018 auf SR 2 KulturRadio.

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