"Wir sind an einem kritischen Punkt mittlerweile angelangt"

"Wir sind an einem kritischen Punkt mittlerweile angelangt"

Ein Gespräch mit Prof. Carlo Masala, Experte für Internationale Politik an der Bundeswehruniversität in München, über das NATO-Manöver in Norwegen

Audio: Jochen Erdmenger   25.10.2018 | 07:45 Uhr

Prof. Carlo Masala, Experte für Internationale Politik an der Bundeswehruniversität in München, sieht das 50.000-SoldatInnen-Manöver der NATO in Norwegen nicht als Provokation gegen Russland. Eine Bereitschaft zur Deeskalation sehe er allerdings auch nicht bei den verantwortlichen Politikern, sagte Masala im SR 2-Interview.

Während der Streit um den INF-Vertrag zwischen Russland und den USA bei vielen Menschen Angst vor einem neuen Wettrüsten erzeugt, beginnt die NATO am 25. Oktober mit ihrem größten Militärmanöver seit fast 30 Jahren. Rund 50.000 SoldatInnen sind dafür in Norwegen im Einsatz. Wie ernst ist die Lage wirklich?

Beziehungen könnten kippen

Prof. Carlo Masala, Experte für Internationale Politik an der Bundeswehruniversität in München, sieht das Manöver im Interview mit SR 2-Moderator Jochen Erdmenger eher entspannt: Von einer Provokation könne aus verschiedenen Gründen nicht die Rede sein. Unabhängig davon sehe er die internationale Politik zurzeit an einem "kritischen Punkt": Die Beziehungen zwischen NATO und Russland könnten "endgültig kippen". Er sei skeptisch, dass beide Seiten momentan zu einem umfangreiches Maßnahmenbündel zur Deeskalation bereit seien.


Weitere Informationen:

tagesschau.de
Bundeswehr bei NATO-Manöver
Es ist das größte NATO-Manöver seit Ende des Kalten Krieges: An der Übung in Norwegen sind 50.000 Soldaten beteiligt, darunter rund 10.000 Bundeswehrsoldaten. Ein Kraftakt.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 25.10.2018 auf SR 2 KulturRadio.

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