Haßelmann über ein Jahr AfD im Bundestag

Haßelmann über ein Jahr AfD im Bundestag

Ein Gespräch mit Britta Haßelmann, Erste Parlamentarischen Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Audio: Thomas Shihabi   24.10.2018 | 12:45 Uhr

Britta Haßelmann, die Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, lässt ein Jahr nach dem Einzug der AfD ins Parlement kein gutes Haar an der Partei: Im SR 2-Interview prangerte sie u. a. deren "Verachtung für die Demokratie", "Enthemmung und Diffamierung" und "Hass und Hetze" scharf an.

Rund ein Jahr ist die Alternative für Deutschland (AfD) nun schon im Bundestag vertreten und sieht sich selbst als einzige "echte Opposition" gegen die "Altparteien" CDU, CSU, SPD, Linke und Bündnis 90/Die Grünen.

Verachtung, Hass und Hetze

Britta Haßelmann, für Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag (Foto: dpa / picture alliance / Monika Skolimowska)
Britta Haßelmann, für Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag

Für Britta Haßelmann, die Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, hat die Präsenz der Rechtskonservativen die Arbeit der sechs Fraktionen massiv verändert: "Der Ton ist scharf geworden, die Auseinandersetzungen sind massiv, und das ganze Klima hat sich verändert", beklagte Haßelmann im Gespräch mit SR 2-Moderator Thomas Shihabi.

Die übrigen Parteien im Parlament seien seit Oktober 2017 ständig konfrontiert mit einer "unermesslichen Verachtung für die Demokratie" und mit "Enthemmung und Diffamierung, auch in der Sprache". Dieser Art "Hass und Hetze" träten die Grünen entgegen. In der Sacharbeit zog Haßelmann eine "vernichtende" Bilanz der AfD: Inhaltlich sei die Partei "in ganz vielen Themen blank".

Kritik an GroKo

Auch die Parteien der Großen Koalition gäben zurzeit allerdings ein "katastrophales" Bild ab, räumte Haßelmann ein. "Mich nervt das auch unfassbar, wie SPD, CDU und CSU sich mit sich selbst beschäftigen, anstatt sich um drängende Zukunftsherausforderungen zu kümmern."


Mehr über die AfD:

Politikberater Johannes Hillje
"Populismus ist ein Symptom, nicht so sehr die Ursache von Unzufriedenheit"
Der Berliner Politikberater Johannes Hillje ist am Abend des 24. Oktober mit seinem Buch "Propaganda 4.0 - Wie rechte Populisten Politik machen" in Saarbrücken zu Gast. SR 2-Moderator Jochen Erdmenger hat schon vorher mit ihm u. a. über rhetorischen Strategien, die Rolle der Emotionen und über die Alternative für Deutschland unterhalten.

Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 24.10.2018 auf SR 2 KulturRadio.

Artikel mit anderen teilen