Umweltbundesamt hofft auf Innovationswille der Stahlindustrie

Umweltbundesamt hofft auf Innovationswille der Stahlindustrie

Ein Gespräch mit Dr. Michael Angrick, der Leiter der Emissionshandelsstelle und Vizepräsident des Umweltbundesamtes

Audio: Jochen Erdmenger / Onlinefassung: Rick Reitler   22.10.2018 | 08:45 Uhr

Dr. Michael Angrick, der Leiter der Emissionshandelsstelle und Vizepräsident des Umweltbundesamtes, sieht die Situation der Stahlindustrie weniger dramatisch als jene Branchenvertreter und Gewerkschaftler, die anlässlich der aktuellen Krise den ersten nationalen Stahlgipfel in Saarbrücken organisiert haben.

Wasserstoff als Mittel der Zukunft?

Im Gespräch mit SR 2-Moderator Jochen Erdmenger empfiehlt Angrick als Alternative zur Kohle modernere, weniger CO2-intensive, aber auch teurere Erdgas- oder Wasserstoff-Verfahren für die Stahlproduktion. Bei der Salzgitter AG laufe zurzeit ein "erstes Forschungsprojekt", das sich mit einer Wasserstoff-Lösung für den Hochofen-Prozess beschäftige. "Das ist kein kurzer Weg, aber er ist machbar", so Angricks Überzeugung. Wenig Optimierungspotenzial sieht er dagegen bei herkömmlichen Verfahren, die Erz mithilfe von Kohle zu Stahl verwandelten: "Wenn man konventionell produziert, dann ist man relativ nah an der Oberkante angekommen."

Wille zur Innovation gefragt

Grundvoraussetzung für das wirtschaftliche Überleben der europäischen Hersteller insgesamt sei ohnehin ein "hoher Wille zur Innovation", so Angrick: "Es geht wirklich darum, dass man sich bewegt."


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Die Stahlindustrie steht vor großen Herausforderungen. Lösungen erhoffen sich Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Gewerkschaften vom ersten deutschen Stahlgipfel in der Saarlandhalle. Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) wird dabei sein.


Archiv: Feature

Ein Thema aus der Sendung "Der Morgen" vom 21.10.2018 auf SR 2 KulturRadio.

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