"Die Freien Wähler sind populistischer als die CSU"

"Die Freien Wähler sind populistischer als die CSU"

Ein Gespräch mit der Politikwissenschaftlerin Prof. Ursula Münch, Akademie für Politische Bildung, Tutzing

Audio: Jochen Marmit, Foto: dpa/Lino Mirgeler   15.10.2018 | 08:25 Uhr

Die Politikwissenschaftlerin Prof. Ursula Münch hat keinen Zweifel daran, dass die Landesregierung in Bayern demnächst aus einer Koalition von CSU und Freien Wählern (FW) gebildet wird.

Irgendwo zwischen CSU und AfD

Im Gespräch mit SR 2-Moderator Jochen Marmit beschrieb Münch die FW als eine konservative, aber durchaus heterogene Gruppe, die in ihrer Gesamtheit programmatisch irgendwo "zwischen CSU und AfD" anzusiedeln sei: "Die Freien Wähler sind populistischer als die CSU", stellte Münch klar.

SPD mit zu vielen Fehlern

Die bayerische SPD sei vor allem wegen ihres schwachen Wahlkampfs, wegen der falschen Themen und auch wegen der Querelen im Bund "in die Bedeutungslosigkeit versunken". Im bayerischen Landtag werde sich die Stimmung und die Themenlage demnächst ändern, so Münchs Prognose.


Die zweite Meinung

BR-Redakteur Arne Wilsdorff
"Es geht bequem mit den Freien Wählern"
Nach dem historischen Absturz der CSU auf nur noch gut 37 Prozent der Stimmen sind für BR-Redakteur Arne Wilsdorff nun vor allem zwei Fragen offen: Wird Ministerpräsident Markus Söder mit den "Freien Wählern" die wohl erfolgversprechendste Koalition eingehen? Und wie wird die CSU-Basis mit Horst Seehofer umgehen?


Hintergrund:

BR24: Dossier zum 14. Oktober
Landtagswahl in Bayern
Das Wahl-Dossier des Bayerischen Rundfunks.

Bayernwahl
Debakel für CSU und SPD - Grün gewinnt
Die CSU fällt tief, die SPD noch sehr viel tiefer. Großer Gewinner der Landtagswahl in Bayern sind die Grünen. Grund zum Jubeln haben auch Freie Wähler und AfD. Die FDP ist laut dem vorläufigem Ergebnis ebenso im Landtag.

Politik & Wirtschaft
Saar-Politiker für neue Themensetzung
Bei der Landtagswahl in Bayern sind vor allem die großen Volksparteien abgestraft worden. Die CSU stürzt laut dem vorläufigen Amtlichen Endergebnis auf rund 37,2 Prozent ab, die SPD wird mit 9,7 Prozent nur noch fünftstärkste Partei. Aus Sicht der Saar-Politik steht nach den herben Verlusten zumindest eins fest: Es wurden zuletzt die falschen Themen gesetzt.


Rückblick - Archiv

Politikwissenschaftler Dr. Michael Weigl
Entsteht nach dem Wahlsonntag eine völlig "neue CSU"?
Die zuletzt arg in der Wählergunst gesunkene CSU wird nach dem Wahlsonntag auf jeden Fall versuchen, eine bürgerlich-konservative Koalition zu schmieden - so die Prognose des Politikwissenschaftler Dr. Michael Weigl im SR 2-Interview. Schwarz-grün sei bestenfalls zweite Wahl: "Da hätten wir dann tatsächlich eine neue CSU, sie müsste sich komplett umstellen".

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 15.10.2018 auf SR 2 KulturRadio.

Artikel mit anderen teilen