Entsteht nach dem Wahlsonntag eine völlig "neue CSU"?

Entsteht nach dem Wahlsonntag eine völlig "neue CSU"?

Ein Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Dr. Michael Weigl von der Universität Passau

Audio: Karin Mayer, Foto: dpa/Armin Weigel, Onlineversion: Rick Reitler   12.10.2018 | 12:45 Uhr
BR24: Dossier zum 14. Oktober
Landtagswahl in Bayern
Das Wahl-Dossier des Bayerischen Rundfunks.


Für den Passauer Politikwissenschaftler Dr. Michael Weigl ist der schwindende Rückhalt der CSU vor der bayerischen Landtagswahl kein Wunder: Wenn die Gesellschaft "bunter" werde, habe es eine konservative Volkspartei besonders schwer. Eine Rolle beim Absturz von Söder und Co. hätten auch die Streitigkeiten zwischen CDU und CSU auf der Berliner Bühne gespielt - sprich: die Kontroversen zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer.

Schwarz-grün höchstens zweite Wahl

Der Gewinner der allgemeinen gesellschaftlichen "Polarisierung" sei in Bayern offensichtlich vor allem das Bündnis 90/Die Grünen. Eine schwarz-grüne Koalition wäre nach dem 14. Oktober deshalb zwar grundsätzlich denkbar, allerdings sehr problematisch für die Christsozialen: "Da hätten wir dann tatsächlich eine neue CSU, sie müsste sich komplett umstellen", sagte Weigl im Gespräch mit SR 2-Poltikredakteurin Karin Mayer. Die CSU werde deshalb auf jeden Fall versuchen eine bürgerlich-konservative Allianz zu schmieden.


Archiv: Die andere Sicht

BR-Politikredakteur Nikolaus Neumaier
Demnächst schwarz-grünes Bayern?
Nach Einschätzung von BR-Politikredakteur Nikolas Neumaier wird Bayern nach dem 14. Oktober eine schwarz-grüne Koalition auf die Regierungsbank schicken. Den Hauptgrund für den Sinkflug der CSU sieht er vor allem in der bundespolitischen Leistung von Horst Seehofer und Andreas Scheuer - Stichworte: AfD-Nähe bzw. Diesel-Kompromiss.


Hintergrund: CSU im Sinkflug

tagesschau.de: Bayerntrend
CSU sackt auf 33 Prozent
Nach einer Umfrage des "Bayerntrends" der ARD knapp zwei Wochen vor dem Wahltermin stürzte die CSU im Freistaat immer weiter ab: Wäre schon am 7. statt am 14. Oktober Landtagswahl gewesen, dann hätten die Christsozialen wohl nur noch 33 Prozent der Wählerkreuzchen verbuchen können - gegenüber noch 47,7 Prozent vor fünf Jahren.

ARD-DeutschlandTrend
Union und SPD schwach wie noch nie
Auch der jüngste, bundesweit erhobene ARD-Deutschlandtrend belegt die Schwierigkeiten der Unionsparteien: Nur noch 26 Prozent der Wählerinnen und Wähler würden demnach für CDU bzw. CSU abstimmen, wenn am 14. Oktober ein neuer Bundestag gewählt würde.

Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 12.10.2018 auf SR 2 KulturRadio.

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