Brasilien: "Das Rennen ist noch nicht gelaufen"

"Das Rennen ist noch nicht gelaufen"

Ein Gespräch mit Südamerika-Korrespondent Ivo Marusczyk über die Präsidentenwahl in Brasilien

Audio: Jochen Erdmenger, Foto: dpa/XinHua www.agif.com.br/THIAGO RIBEIRO, Onlinefassung: Rick Reitler  

Die Brasilianer haben den etablierten Parteien und Politikern bei der ersten Runde der Präsidentenwahl eine schwere Schlappe zugefügt: Der ultrarechte Ex-Militär Jair Bolsonaro hat gut 46 Prozent der Stimmen erhalten.

Steigende Kriminalität

Rio de Janeiro-Korrespondent Ivo Marusczyk führt den Erfolg des "Trumps Brasiliens" auf mehrere Faktoren zurück: maue Wirtschaftszahlen, riesige Korruptionsskandale in nahezu allen Parteien und vor allem die steigende Kriminalität auf den Straßen: "Das ist etwas, was den Alltag extrem schwierig macht, und was den Leuten zu denken gibt."

Entscheidung am 28. Oktober

Sollte sich Bolsonaro in der Stichwahl am 28. Oktober gegen Fernando Haddad von der Arbeiterpartei (PT) durchsetzen, wäre das allerdings "schon ein sehr dramatischer Einschnitt" für ganz Südamerika, meint Marusczyk im SR 2-Interview. "Das Rennen" sei zwar "eng", aber "noch nicht gelaufen".


Die Vorgeschichte:

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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 08.10.2018 auf SR 2 KulturRadio.

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