Über Kauder, Brinkhaus, Merkel und die Bayern-Wahl

Über Kauder, Brinkhaus, Merkel und die Bayern-Wahl

Ein Gespräch mit Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke

Audio: Kai Schmieding, Foto: dpa/Maurizio Gambarini, Onlinefassung: Rick Reitler   25.09.2018 | 08:15 Uhr

Nach 13 Jahren Fraktionsvorsitz muss sich Volker Kauder (69) bei der Wahl am 25. September erstmals gegen einen Mitbewerber durchsetzen: Ralph Brinkhaus (50) will ebenfalls die Mehrheit der 246 Bundestagsabgeordneten von CDU und CSU hinter sich versammeln.

Warten auf den 14. Oktober

Kauder gilt als besonders Merkel-treu, Brinkhaus will sich nach eigenen Worten für eine "aktivere Rolle" der Fraktion gegenüber der Regierung einsetzen. Doch selbst wenn Brinkhaus wider Erwarten gewinnen sollte, würde das die Existenz der "Großen Koalition" kaum gefährden, meint der Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke im Interview mit SR 2-Moderator Kai Schmieding.

Weit entscheidender sei die Frage, ob die "GroKo" wieder in einen "Modus des Funktionierens" zurückfinden könne. Dies wiederum hänge vom Ergebnis der Bayern-Wahl am 14. Oktober und der damit verknüpften Zukunft von Horst Seehofer in der CSU ab.


Hintergrund:

tagesschau.de
Kampfabstimmung statt Konsens
Unionsfraktionschef Kauder muss sein Amt in einer Kampfkandidatur gegen seinen Stellvertreter Brinkhaus verteidigen. Die Wahl am Nachmittag des 25. September gilt auch als Stimmungstest für Kanzlerin Merkel.


Mehr zum Thema:

CDU-MdB Markus Uhl über Kauder vs. Brinkhaus
"Beide stehen hinter Angela Merkel"
Der Homburger Bundestagsabgeordnete Markus Uhl sieht die Wahl des neuen Unionsfraktionschefs keineswegs als Richtungswahl: Sowohl der amtierende Kandidat Volker Kauder als auch sein Herausforderer Ralph Brinkhaus stünden klar "hinter Angela Merkel". Er selbst werde wohl für Kauder abstimmen.

tagesschau.de
GroKo und der Fall Maaßen: Merkel räumt Fehler ein
Zu viel Selbstbeschäftigung, zu wenig Gespür für die Probleme der Menschen: Kanzlerin Merkel hat sich selbstkritisch zum Fall Maaßen und der GroKo geäußert. Sie bedauerte die Fehler und versprach Besserung.

Politik & Wirtschaft
"Die Angst wird weiterhin die Berliner Politik mitbestimmen"
Die Große Koalition in Berlin scheint derzeit von einer Krise in die nächste zu wanken. Und Politikwissenschaftler Dirk Van den Boom geht nicht davon aus, dass nach dem Maaßen-Kompromiss nun Ruhe einkehrt. Angesichts der anstehenden Landtagswahlen regiere vor allem bei SPD und CSU die Angst mit.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 25.09.2018 auf SR 2 KulturRadio.

Artikel mit anderen teilen