"Ich wusste, dass ich schlechte Karten hatte"

"Ich wusste, dass ich schlechte Karten hatte"

Ein Gespräch mit Organspende-Empfänger Jörg Metzinger über das Thema Organspende in Deutschland

Peter König   04.09.2018 | 07:10 Uhr

Obwohl sich die Mehrheit der Deutschen im Umfragen stets für die Organspende ausspricht, hat die Zahl der tatsächlichen Spender in Deutschland 2017 einen neuen Tiefpunkt erreicht. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) gab es nur noch 797 Transplantationsfälle - nochmal 60 weniger als im Vorjahr. Im Juli 2018 hatte der Saarbrücker Pfarrer Jörg Metzinger das Glück, eins der seltenen Spenderherzen zu bekommen - nach 424 Tagen auf der "Hochdringlichkeitsliste". Aus der Reha war er bereit, mit SR 2-Reporter Peter König über seine Erfahrungen zu sprechen.

Ein Thema aus der Sendung "Der Morgen" vom 04.09.2018 auf SR 2 KulturRadio.


Die Meinung:

Kommentar: "Wir brauchen eine Regelung"
Audio [SR 2, Frank Wahlig (SWR), 04.09.2018, Länge: 02:22 Min.]
Kommentar: "Wir brauchen eine Regelung"
SWR-Redakteur Frank Wahlig sieht den Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn, die Diskussion über eine "Widerspruchslösung" zur Organspende in Gang zu bringen, mit gemischten Gefühlen. "Das ist zu wenig", meint Wahlig. Denn nicht die x-te politische Debatte sei nötig, sondern endlich Taten - und zwar "erst gesetzgeberisch, dann medizinisch". Immerhin warteten in Deutschland zehntausende von Patienten auf ein Spenderorgan. Damit koste das schon jahrelang anhaltende Zögern und Zaudern der Großen Koalition eben auch Menschenleben. "Wir brauchen eine Regelung", fordert Wahlig. "Wenn diese Koalition dazu nicht in der Lage ist, dann soll das gesamte Parlament darüber befinden - jenseits der Parteigrenzen." Ein Kommentar.


Mehr zum Thema:

Organspende
Diskussion um Spahns Widerspruchslösung
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will bei der Organspende von der Entscheidungslösung zur Widerspruchslösung. Das bedeutet, Bürger müssten aktiv einer Organspende widersprechen. Ralf Ketter von der Uniklinik Saar begrüßt diesen Vorschlag, Klaus Schmitt vom Infoteam Organspende Saar steht der Widerspruchslösung kritisch gegenüber.

SR 2-Kolumnist Erik Heinrich
Ein Lob der Organspende!
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt sich in Sachen Organspende für eine Widerspruchslösung ein. Damit würde jeder automatisch zum Spender, sofern er nicht zeitlebens ausdrücklich widersprochen hat. Ein gute Sache sei das, findet unser Kolumnist Erik Heinrich, auch fürs eigene Gewissen.

HörStoff: "Des einen Freud..."
Über das Spenden und Empfangen von Organen
Wenn ein lebenswichtiges Organ versagt, kann eine Transplantation die letzte Rettung sein. In Dagmar Scholles HörStoff-Reportage zum "Tag der Organspende" in Saarbrücken ging es um das Spenden, Verteilen und Empfangen von Organen. Und das funktioniert nicht immer problemlos...

Dossier
Organspende und Organtransplantation
Am 2. Juni 2018 hat in Saarbrücken der von der Deutschen Stiftung Organspende (DSO) veranstaltete Tag der Organspende stattgefunden. Er gab Interessierten und auch Betroffenen die Gelegenheit, sich über alles rund um Organspende und -Transplantation zu informieren.

Wie läuft eine Organspende ab?
Der Weg vom Hirntod bis zur endgültigen Organtransplantation
Seit 36 Jahren tourt der "Tag der Organspende" durch die Bundesländer. Trotzdem liegen die Spenderzahlen in Deutschland auf niedrigem Niveau. 56 Organe wurden im vergangenen Jahr im Transplantationszentrum der Uniklinik Homburg verpflanzt. SR 2-Reporterin Dagmar Scholle hat sich die Abläufe und Strukturen bei der Übertragung von Organen angeschaut.

Artikel mit anderen teilen