Demnächst 20 Prozent Beitrag für die Rente?

Demnächst 20 Prozent Beitrag für die Rente?

Ein Interview mit Hauptstadt-Korrespondentin Anja Günther

Audio: Holger Büchner / Onlinefassung: Rick Reitler   29.08.2018 | 08:25 Uhr

Das Rentenniveau soll bis zum Jahr 2025 stabil bei 48 Prozent bleiben - dafür aber könnte der Rentenbeitrag von derzeit 18,6 Prozent auf maximal 20 Prozent steigen. Das ist der wohl wichtigste Eckpunkt der jüngsten Koalitionsverhandlung zwischen CDU, CSU und SPD. Hauptstadt-Korrespondentin Anja Günther kennt die Einzelheiten.

In der Nacht zum 29. August hat sich die Große Koalition in Berlin auf die Eckpunkte eines Rentenpakets mit Laufzeit bis zum Jahr 2025 geeinigt. Demnach sollen die Beiträge von zurzeit 18,6 Prozent höchstens auf 20 Prozent steigen; das Rentenniveau soll stabil bei 48 Prozent bleiben. Der vor wenigen Tagen geäußerte Vorschlag von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), das Rentenniveau bis zum Jahr 2040 stabil bei 48 Prozent zu halten, ist damit vom Tisch.

Linke Tasche - rechte Tasche

Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung soll ab Januar 2019 um 0,5 Prozentpunkte sinken, der Beitrag zur Pflegeversicherung allerdings zeitgleich um 0,5 Prozentpunkte steigen.

Zwei Jahre für Expertenkommission

"Wie es dann weiter geht, das ist noch ein bisschen offen", erklärte Hauptstadt-Korrespondentin Anja Günther im Gespräch mit SR 2-Moderator Holger Büchner. Eine Expertenkommission habe nun zwei Jahre Zeit, Vorschläge zu erarbeiten, wie es nach 2025 angesichts der zu erwartenden demografischen Probleme mit den Sozialversicherungen in Deutschland weiter gehen solle.


Hintergrund:

tagesschau.de
Einigung im Rentenstreit
Am späten Abend des 28. August haben CDU, CSU und SPD bei einem Spitzentreffen im Kanzleramt eine Einigung zum Thema Rente erzielt. Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung soll gesenkt werden.


Rückblick / Mehr zum Thema:

Pro und Kontra
Wie sinnvoll ist der Scholzsche Rentenvorstoß?
Länger arbeiten? Weniger Geld, jetzt oder im Alter? Oder könnte doch alles so ähnlich blieben wie heute - auch in 20 Jahren noch? Am Abend des 28. August liegt das alles mal wieder auf dem Tisch der Großen Koalition in Berlin. Dirk Rodenkirch findet den Vorstoß von Olaf Scholz (SPD) jedenfalls legitim, planbare Renten bis zum Jahr 2040 zu fordern - für Thorsten Huhn dagegen ist das keine gute Idee.

Rentenexperte Prof. Bernd Raffelhüschen
"Wir werden das Rentenalter an die Lebenserwartung anpassen müssen"
Der Vorschlag der SPD, das Rentenniveau auch nach 2025 stabil zu halten, wird im Moment in der Großen Koalition intensiv diskutiert. Im SR 2-Interview erklärt der Rentenexperte Prof. Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg, wie die Kosten für ein stabiles Rentenniveau bewältigt werden können: Durch höhere Rentenbeiträge, durch mehr Steuern oder durch längeres Arbeiten.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 29.08.2018 auf SR 2 KulturRadio.

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