Ein Netzwerk der Opfer-Hilfe - 30 Jahre nach Ramstein

Opferbeauftragter will Netzwerk für Betroffene aufbauen

Ein Gespräch mit Detlef Placzek, Opferbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz

Holger Büchner   28.08.2018 | 08:25 Uhr

Der neue Opferbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz, Detlef Placzek, hat 30 Jahre nach der Katastrophe von Ramstein angekündigt, für sein Ehrenamt drei Hauptziele verfolgen zu wollen: auf mögliche Unglücksfälle gut vorbereitet zu sein, Verlässlichkeit für die Betroffenen zu garantieren und die Hilfsorganisationen zu vernetzen.

Hintergrund

Am 28. August 1988 erschütterte ein schwerer Unfall auf der amerikanischen Militärbasis Ramstein in der Nähe von Kaiserslautern die Welt: Während einer Flugschau stießen drei Düsenjäger der italienischen Kunstflugstaffel "Frecce Tricolori" zusammen, eine stürzte in die Zuschauermenge. Die Bilanz: 70 Tote, 1000 Verletzte, darunter 450 schwer Verletzte.

30 Jahre nach Ramstein... und die Hinterbliebenen?
Audio [SR 2, Max Knieriemen, 28.08.2018, Länge: 03:30 Min.]
30 Jahre nach Ramstein... und die Hinterbliebenen?
Für die Überlebenden und die Hinterbliebenen ist es auch 30 Jahre später noch schwer, mit den Folgen des Traumas Ramstein klarzukommen. Für SR 2 KulturRadio hat Max Knieriemen mit Betroffenen und Therapeuten gesprochen.

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Ramstein – Narben einer Katastrophe
Wenn er in den Spiegel schaut, ist die Kastrophe von Ramstein ganz nah. Narben im Gesicht erinnern an den brennenden Kampfjet der bei der Flugschau auf dem US-Airbase Ramstein in die Besuchermasse stürzte. 30 Jahre ist das Unglück inzwischen her, doch Marc-David Jung aus Losheim muss sein Leben lang mit den Folgen klar kommen. Schwerste Verbrennungen im Gesicht, an Händen und Beinen haben ihn gezeichnet. Umso erstaunlicher ist seine seelische Stärke. Er will glücklich sein, beruflich erfolgreich, und ist es auch. Und er will anderen Katastrophenopfern helfen, über ihr Trauma hinwegzukommen.  

"Meine Mutter hat mich aus den Flammen gerettet"
Audio [SR 3, (c) Kerstin Gallmeyer, 28.08.2018, Länge: 02:57 Min.]
"Meine Mutter hat mich aus den Flammen gerettet"
Unter den Toten von Ramstein war auch der Vater von Marc David aus Losheim. Er selbst wurde bei dem Unglück schwer verletzt. SR 3-Reporterin Kerstin Gallmeyer hat ihn getroffen.

30 Jahre nach Ramstein
"Sich stellen, mit der Stille versöhnen und abschließen"
Seit der Flugkatastrophe von Ramstein vor 30 Jahren kümmert sich die Gesprächstherapeutin Sybille Jatzko um Opfer und Hinterbliebene. Im SR 2-Interview erklärt sie, dass Menschen auch Jahrzehnte danach noch nicht mit dem Unglück abgeschlossen haben, und dass es auch von amerikanischer Seite immer noch Aufarbeitungsbedarf gebe.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 28.08.2018 auf SR 2 KulturRadio.

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