Zu viele Schulabbrecher, zu wenig Schulqualität

Zu viele Schulabbrecher, zu wenig Schulqualität

Ein Gespräch mit Katja Oltmanns, Elternverein für schulische Bildung Saar

Audio: Jochen Marmit / Onlinefassung: Rick Reitler   14.08.2018 | 07:25 Uhr

Das Saarland ist bei der INSM-Bildungsstudie 2018 auf dem sechsten Platz unter 16 Bundesländern gelandet. Für Katja Oltmanns vom Elternverein für schulische Bildung Saar sind trotzdem noch "einige Baustellen" zu beheben - zum Beispiel die Qualität des Unterrichts und das daraus resultierende Leistungsniveau der SchülerInnen, speziell in Deutsch und Mathematik.

Katja Oltmanns vom Elternverein für schulische Bildung (Foto: SR 2 / R. Reitler)
Katja Oltmanns zu Gast bei SR 2 KulturRadio


"Der Trend geht weiter nach unten, und da müssen wir ganz dringend was tun." Katja Oltmanns vom Elternverein für schulische Bildung Saar sieht in der saarländischen Bildungspolitik trotz des gerade erreichten sechsten Platzes im Ländervergleich der Bildungsstudie der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM) noch einigen Nachholbedarf.

Diverse Probleme

So habe das Saarland in punkto Schulqualität, also bei der Qualität des Unterrichts und dem daraus resultierenden Leistungsniveau der SchülerInnen, nicht sonderlich gut abgeschnitten, speziell in Deutsch und Mathematik. Große Probleme sieht Oltmanns auch bei der überdurchschnittlich Schulabbrecherquote an der Saar, beim Ausfall von Unterrichtsstunden, bei den uneinheitlichen Standards im Bildungsniveau unter den Ländern und bei der zu unpräzisen Datenlage.

Mangelhafte Datenlage

"Wichtig wäre uns, dass wir mal Vergleichsarbeiten differenzierter betrachten", sagte sie in Richtung von Bildungsminister Ulrich Commerçon. Die Daten der so genannten VERA-Tests, die auch im Saarland die Leistungsfähigkeit der Klassenstufen drei und acht mäßen, sollten "endlich mal" veröffentlicht werden. Außerdem forderte Oltmanns differenziertere Daten über das Ausmaß des Unterrichtsausfalls: "Es gibt zwar ein Fehlstundenportal im Saarland, wo die Eltern aufgefordert sind, Unterrichtsentfall differenziert zu erfassen, aber natürlich ist auch das Bildungsministerium aufgefordert, mal zu zeigen, wo es da im Argen liegt", so Oltmanns.


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