"Wir wissen längst was die hilfreichen Maßnahmen sind"

"Wir wissen längst was die hilfreichen Maßnahmen sind"

Interview mit Philipp Kosok vom Verkehrsclub Deutschland

Thomas Shihabi / Philipp Kosok / Onlinefassung: Fleur Geppert-Gasper   14.08.2018 | 17:30 Uhr

Im Kampf gegen zu hohe Diesel-Abgase in deutschen Städten will der Bund neue Ideen für einen attraktiveren Nahverkehr mit Bussen und Bahnen voranbringen. Tarife sollen gesenkt, das Angebot erhöht werden. Philipp Kosok vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) lobte im Interview mit SR 2-Moderator Thomas Shihabi die gute Absicht der Maßnahmen, kritisierte jedoch, das Ganze greife viel zu kurz.

Das Angebot des ÖPNV müsse gar nicht kostenlos, sondern für alle bezahlbar werden, erklärte Philipp Kosok, der Referent für Verkehrspolitik beim Verkehrsclub Deutschland (VCD). Vor allem müsse aber das Angebot ausgebaut und verdichtet werden. Besonders Pendler suchten oft eine Alternative zum Auto, der ÖPNV sei jedoch nicht an deren Bedürfnisse angepasst.

Bitte nicht zu Lasten der Verbraucher

Die Bundesregierung traue sich zu wenig, bedauerte Kosok. Nicht nur der ÖPNV sollte massiv gefördert werden. Besonders die Autohersteller müssten bei der Hardwarenachrüstung von Diesel-Fahrzeugen zur Kasse gebeten werden. Es müsse endlich eine Entscheidung über die Finanzierung geben und diese dürfe nicht zu Lasten der schuldlosen Verbraucher ausfallen.

Hintergrund

Im Kampf gegen Diesel-Abgase in deutschen Kommunen wollen fünf „Modellstädte“ ihren Nahverkehr mit Bussen und Bahnen attraktiver machen, um Autofahrer zum Umsteigen auf den ÖPNV zu bewegen. In Nordrhein-Westfalen beteiligen sich Bonn und Essen an dem Projekt, sowie die Städte Mannheim, Reutlingen und Herrenberg in Baden-Württemberg.


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Ein Thema der Sendung "Bilanz am Abend" vom 14.08.2018 auf SR 2 KulturRadio.

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