Hinweisschwild Landesaufnahmestelle (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Wo Ankerzentren an ihre Grenzen stoßen

Ein Interview mit SR-Reporterin Carolin Dylla über die Landesaufnahmestelle Lebach als potenzielles Anker-Zentrum

Jochen Erdmenger / Onlinefassung: Rick Reitler   01.08.2018 | 08:45 Uhr

Bei aller Routine gibt es auch in der Landesaufnahmestelle in Lebach noch immer Probleme, wie SR-Reporterin Carolin Dylla festgestellt hat: zu wenig finanzielle und polizeiliche Hilfe vom Bund, Widerstand bei der "Rücküberstellung" von Menschen in die eigentlich zuständigen europäischen Staaten und die oft schwierige Bewertung der "Bleibeperspektive".

Ankommen, Entscheidung, kommunale Verteilung oder Rückführung - all sollen die so genannten "AnKER-Zentren" für Migranten leisten, die es nach Deutschland geschafft haben. In Bayern nehmen die ersten dieser Zentren auf Grundlage des Koalitionsvertrages am 1. August ihre Arbeit auf.

Zaun nicht gewünscht

Auch die Landesaufnahmestelle in Lebach im Herzen des Saarlandes könnte bald offiziell zum AnKER-Zentrum werden – Innenminister Klaus Bouillon (CDU) hätte jedenfalls grundsätzlich nichts dagegen, weil die Einrichtung ohnehin schon seit Jahren mit den geforderten Aufgaben zu tun habe, erklärte SR-Reporterin Carolyn Dylla im SR 2-Interview. Nur einen Zaun um das Gelände lehne Bouillon ebenso ab wie Klauspeter Brill, der Bürgermeister von Lebach.

Diverse Probleme

Dylla räumte ein, dass trotz der langjährigen Routine in Lebach noch immer Schwierigkeiten bestünden - nämlich bei der finanziellen und polizeilichen Unterstützung vom Bund, bei der "Rücküberstellung" von Menschen in die eigentlich zuständigen europäischen Durchreiseländer und bei der häufig komplizierten und langwierigen Bewertung der Bleibeperspektive.


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Viele offene Fragen beim Thema Ankerzentrum
Am 1. August sollen in Bayern nach dem Willen von Bundesinnenminister Seehofer Ankerzentren an den Start gehen, in denen Asylverfahren komplett abgewickelt werden können. So läuft es eigentlich seit langem schon in der Landesaufnahmestelle in Lebach. Auch die könnte ein Ankerzentrum werden. Aber da sind noch viele Fragen offen.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Der Morgen" vom 01.08.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

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