Bauernverband fordert bessere Steuer-Regeln

Bauernverband fordert bessere Steuer-Regeln

Ein Gespräch mit Peter Hoffmann, Präsident des Saarländischen Bauernverbandes

Jochen Erdmenger / Onlinefassung: Rick Reitler   31.07.2018 | 08:15 Uhr

Die deutschen Bauern befürchten die schlechteste Ernte seit 18 Jahren und verlangen staatliche Unterstützung in Milliardenhöhe. Peter Hoffmann, der Präsident des saarländisches Bauernverbands, sieht hier vor allem bürokratische Probleme - und erneuerte im Gespräch mit SR 2-Moderator Jochen Erdmenger die Forderung nach besseren Steuer-Regeln für Risikorücklagen.

Seit Wochen belasten Hitze und Trockenheit Mensch, Tier und Pflanze. Die deutschen Bauern befürchten die schlechteste Ernte seit 18 Jahren und verlangen staatliche Unterstützung in Milliardenhöhe.

Bessere Regeln für Risikorücklagen?

Peter Hoffmann, der Präsident des saarländisches Bauernverbands, sieht angesichts der Rechtslage zwischen Ländern, Bund und EU allerdings hohe Schwellen bürokratischer Natur - und erneuerte im Gespräch mit SR 2-Moderator Jochen Erdmenger stattdessen seine alte Forderung nach anderen Regeln für steuerlichen Risikorücklagen, "um nicht gleich bei jeder Krise wieder als Bittsteller da stehen zu müssen." Davon abgesehen bräuchten die Landwirte endlich wieder "faire Preise" für ihre Erzeugnisse.

"Auf den Weiden wächst überhaupt nichts mehr"

Peter Hoffmann, Präsident des Saarländischen Bauernverbandes (Foto: SR / ab)
Peter Hoffmann, Präsident des Saarländischen Bauernverbandes (Foto: SR / ab)


Auch wenn das Saarland im Vergleich zum Rest Deutschlands bei der Hitzewelle 2018 bislang relativ glimpflich davon gekommen sei, so gebe es doch auch hier dürrebedingte Ernteausfälle: Vor allem beim Viehfutter fehle im Saarland schon jetzt der Nachschub, so dass die Landwirte gezwungen seien, die eigentlich für den Winter gedachten Vorräte aufzubrauchen. "Auf den Weiden wächst überhaupt nichts mehr", stellte Hoffmann fest. Während man beim Futtermais also "deutliche Ernte-Einbußen" erzielen werde, habe man bei Getreide und Raps nur eine "leicht unterdurchschnittliche" Ernte eingefahren.

Helmholtz Zentrum für Umweltforschung
Dürremonitor Deutschland
Der Dürremonitor Deutschland des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung (UFZ) stellt den aktuellen monatlichen Zustand des Bodens in Deutschland dar.


Hintergrund:

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Nach wochenlanger Dürre wollen sich Bund und Länder einen Eindruck über das Ausmaß der Schäden für die Bauern verschaffen. Debattiert wird, wie langfristig auf Klimaveränderungen reagiert werden soll.


Video [aktueller bericht, 31.07.2018, Länge: 3:15 Min.]
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Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Der Morgen" vom 31.07.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

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