"Die Parallelen zwischen Deutschland und Frankreich sind durchaus da"

"Die Parallelen zwischen Deutschland und Frankreich sind durchaus da"

Interview mit Prof. Dr. Frank Baasner, Direktor des deutsch-französischen Instituts Ludwigsburg

Katrin Aue / Onlinefassung: Rick Reitler   19.06.2018 | 12:45 Uhr

Für den Ludwigsburger Frankreich-Experten Prof. Frank Baasner haben nicht nur Deutschland und Frankreich ein Interesse daran, eine gemeinsame Lösung für die Flüchtlingsströme in Europa zu finden, sondern "alle großen betroffenen Staaten" in Europa. Bis ein Konsens gefunden sei, werde man sich eben "mit nationalen Regelungen helfen müssen", sagte er im SR 2-Interview.

Auch während der vielleicht größten Koalitionskrise der Bundesrepublik geht das politische Alltagsgeschäft weiter: Am 19. Juni treffen sich in Schloss Meseberg bei Berlin Vertreter aus Deutschland und Frankreich zum gemeinsamen Ministerratstreffen.

Auf der Suche nach dem Konsens

Prof. Dr. Frank Baasner (Foto: Deutsch-Französisches Institut Ludwigsburg)
Prof. Dr. Frank Baasner (Foto: Deutsch-Französisches Institut Ludwigsburg)

Eigentlich sollte es "nur" um die Reform der Eurozone gehen - doch nun wird wohl die Asylpolitik die Gespräche zwischen Angela Merkel und Emmanuel Macron dominieren. Für Prof. Dr. Frank Baasner, den Direktor des deutsch-französischen Instituts in Ludwigsburg, haben nicht nur Deutschland und Frankreich ein Interesse daran, eine gemeinsame Lösung für die Flüchtlingsströme in Europa zu finden, sondern "alle großen betroffenen Staaten", sagte er im Gespräch mit SR 2-Moderatorin Katrin Aue. Bis ein Konsens gefunden sei, werde man sich eben "mit nationalen Regelungen helfen müssen".

Baasner gab zu bedenken, dass Deutschland und Frankreich in Meseberg auch noch andere Probleme anzusprechen hätten: Neben der "Migrationsthematik" stünden die Probleme der Eurozone und die Verteidigungspolitik zur Debatte.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 19.06.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.


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