"Zum Friedensvertrag muss man noch lange verhandeln"

"Zum Friedensvertrag muss man noch lange verhandeln"

Ein Gespräch mit Singapur-Korrespondent Jürgen Hanefeld über das Treffen von Donald Trump und Kim Jong-Un

Uli Hauck   12.06.2018 | 12:35 Uhr

Mit dem Abschlussdokument des Treffens zwischen Donald Trump und Kim Jong-Un ist für Singapur-Korrespondent Jürgen Hanefeld der Gesprächsfaden der seit Jahrzehnten verfeindeten Länder damit immerhin aufgenommen. Sogar einen Friedensvertrag hält er für möglich - aber auf keinen Fall mehr in der Amtszeit Trumps, meinte Hanefeld im SR 2-Interview.

Nach 65 Jahren Waffenstillstand haben die USA und Nordkorea sich geeinigt: Im Abschlussdokument des Treffens von Donald Trump und Kim Jong-Un bekennt sich Nordkoreas Staatschef Kim zu einer "vollständigen nuklearen Abrüstung". Im Gegenzug versprach US-Präsident Trump, künftig auf Militärmanöver vor Ort zu verzichten - die Sanktionen gegen Nordkorea wolle er aber vorerst beibehalten.

Wichtig - aber wie wichtig?

Für Singapur-Korrespondent Jürgen Hanefeld erscheint ein Friedensvertrag damit nicht mehr grundsätzlich unmöglich - aber dieser werde auf keinen Fall mehr in der Amtszeit Donald Trumps zu Stande kommen. Trotzdem sei der Gipfel wichtig gewesen, wenn man auch noch nicht genau sagen könne, "wie wichtig". Wie lange das Abkommen haltbar sein werde, könne man ebenfalls noch nicht vorhersagen.

Viele Fragen offen

Insgesamt seien für ihn noch zu viele Fragen offen geblieben, meinte Hanefeld im SR 2-Interview. "Wann und in welchem Umfang und, zum Beispiel, ob internationale Inspektoren dabei sein dürfen beim Abbau dieser Atomwaffen - das alles wissen wir noch nicht", stellte Hanefeld klar. Trump habe entsprechende Fragen der Pressevertreter auch nicht beantwortet.

"Gesprächsfaden aufgenommen"

Als "gutes Zeichen" wertete Hanefeld Trumps Einladung an Kim Jong-Un, im Herbst 2018 das Weiße Haus zu besuchen. "Das heißt, der Gesprächsfaden, der heute aufgenommen wurde, soll verlängert werden.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 12.06.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.


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