"Kommunen sollten niemals ihre Quellen aus der Hand geben"

"Kommunen sollten niemals ihre Quellen aus der Hand geben"

Ein Gespräch mit dem Schweizer Filmemacher Urs Schnell

Sally-Charell Delin   07.06.2018 | 15:40 Uhr

Der Lebensmittelkonzern Nestlé gräbt im kleinen Vogesen-Örtchen Vittel den Bewohnern im wörtlichen Sinne das Wasser ab. 800 000 Kubikmeter Grundwasser wird jährlich in Plastikflaschen abgefüllt, dabei sinkt der Grundwasserspiegel rund 30 cm jährlich. Deshalb soll jetzt über eine Pipeline Wasser aus den umliegenden Gemeinden nach Vittel transportiert werden. Bezahlen soll die aber der französische Steuerzahler. Über das Geschäft mit dem Wasser hat SR 2-Moderatorin Sally-Charell Delin mit dem Schweizer Filmemacher Urs Schnell, der sich in dem Dokumentarfilm "Bottled Life" intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat, gesprochen.

Hintergrund

Nestlé
Grundwasserspiegel in Vittel und Contrexéville sinkt
In den Vogesengemeinden Vittel und Contrexéville wird das weltberühmte Mineralwasser gewonnen und vom schweizer Weltkonzern Nestlé vor allem in Plastikflaschen abgefüllt. Das Unternehmen pumpt offenbar mehr Wasser ab als nachläuft. Deshalb sinkt der Grundwasserspiegel seit Jahren. Was dem Konzern Millionen bringt, wird für die Einheimischen zunehmend zum Problem.

Bottled Life

Der schweizer Filmemacher Urs Schneller hat zusammen mit dem Journalisten Res Gehriger schon 2012 einen Film darüber gemacht, wie Nestlé Wasser in Geld verwandelt.

https://www.youtube.com/watch?v=cYJ4gQFZ1nE

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Der Nachmittag" vom 07.06.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

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