Kommentar: "Signale aus dem Konrad-Adenauer-Haus"

"Signale aus dem Konrad-Adenauer-Haus"

Die Meinung von Katharina Hamberger (DLR) zur aktuellen Situation von CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer

Audio: Katharina Hamberger (DLR) / Archivfoto: SR Fernsehen   11.03.2019 | 08:15 Uhr

Die Antwort von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf die EU-Reformvorschläge von Emmanuel Macron macht deutlich: AKK hat mangels Bundestagsmandat gewisse Freiheiten, strebt immer deutlicher nach der Kanzlerkandidatur und bringt frischen Wind in das Verhältnis der Koalitionspartner: "Eine gute Voraussetzung für einen ersthaften Europawahlkampf", meint Katharina Hamberger.

Anfang März hatte der französische Präsident Emmanuel Macron seine neuesten Reformvorstellungen für Europa dargelegt - in einem leidenschaftlichen Appell an alle Bürgerinnen und Bürger der EU.

Nun hat nicht etwa die Kanzlerin, sondern die CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer darauf geantwortet - und zwar in der Zeitung "Die Welt" mit einer eigenen Ideenliste namens "Europa richtig machen". Darin erteilt "AKK" u. a. Macrons Vorschlag einer gemeinsamen europäischen Sozialpolitik eine Absage.

Kein Mandat - viel Freiheit

Nicht der erste klare Hinweis auf die Ansprüche der Saarländerin auf die nächste Kanzlerkandidatur der CDU, meint Deutschlandradio-Korrespondentin Katharina Hamberger - und zugleich ein Hinweis, dass Kramp-Karrenbauer mangels Bundestagsmandat zurzeit keine große Rücksicht auf den Koalitionspartner zu nehmen gewillt ist. "Unterschiede werden sichtbar", so Hamberger in ihrem Kommentar: "Eine gute Voraussetzung für einen ersthaften Europawahlkampf".


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 11.03.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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