Duschkopf (Foto: SR)

Von pflegendem Schweiß und ungefährlichen Deos

Ein Gespräch mit der Berliner Dermatologin Dr. Yael Adler

Sonja Marx. Onlinefassung: Rick Reitler. Mit Informationen von Lena Schmidtke   18.05.2022 | 07:55 Uhr

Angesichts steigender Temperaturen im Saarland kann man sich fragen, was man gegen unerwünschte Begleiterscheinungen des Schwitzens unternehmen kann. Die Berliner Dermatologin Dr. Yael Adler kennt sich damit bestens aus. Ein Interview.

Viele Menschen fühlen sich ziemlich unwohl, wenn sie stark schwitzen - wie etwa bei großer Hitze oder beim Sport. Und fahren dann lieber mit Bus oder Auto zur Arbeit, statt mit dem Fahrrad. "Das ist so ein bisschen 'ne Einstellungssache", räumte die Dermatologin Dr. Yael Adler aus Berlin im Gespräch mit SR-Moderatorin Sonja Marx ein. Sie kenne sogar Frauen, die wegen der Angst vor Schweiß sogar auf Sport verzichteten, wenn sie gerade vom Friseur kämen.

"Frischer Schweiß riecht nicht"

Dabei sei Schwitzen "an sich gesund und extra von der Natur für uns so ausgedacht", sagte Adler. Der Stoffwechselvorgang reguliere nicht nur die Körpertemperatur, sondern habe sogar eine hauptpflegende Wirkung. Und zumindest frischer Schweiß rieche auch nicht.


Im Interview: Dr. Yael Adler
Audio [SR 2, Sonja Marx, 18.05.2022, Länge: 05:27 Min.]
Im Interview: Dr. Yael Adler


Alu-Deos keine Gefahr

Wichtig sei allerdings die Wahl der richtigen Kleidung und der Mittel zur Hautpflege. Ihr Tipp: Keine alkalischen Seifen benutzen, sondern am besten nur solche "mit Zucker und Kokostensiden", um den Säureschutzmantel bei einem PH-Wert um 5 zu bewahren. Auch mit Apfelessig versetztes Wasser könne die Hautpflege unterstützen.

Die weit verbreitete Befürchtung, aluminiumhaltige Deodorants könnten der Gesundheit schaden, sei übrigens "mittlerweile vom Tisch", sagte Adler.


Deodorant selbst herstellen:


Ein Deo selber herzustellen, geht ganz leicht und braucht nur wenige Zutaten - drei um genau zu sein: Wasser, Speisestärke und Natron. Wer zusätzlich etwas ätherisches Öl hinzugibt, sorgt für einen guten Duft und eine antibakterielle Wirkung. Ein Rezept von SR-Reporterin Lena Schmidtke.

Zutaten

Wasser
Speisestärke
Natron
Ätherisches Öl (optional)

Herstellung

Selbstgemachtes Deo (Foto: SR / Lena Schmidtke)
Bei der Herstellung von Deodorant (Foto: Lena Schmidtke)

100 ml Wasser und 1-2 TL Speisestärke in einen Topf geben und verrühren. Kurz aufkochen, sodass eine leicht dickflüssige Konsistenz entsteht. Je nach Vorliebe mehr Speisestärke dazu geben.

Bis auf Handwärme abkühlen lassen. Dann 2 TL Natron dazu geben und verrühren.

Wer möchte, kann jetzt noch ein paar Tropfen ätherisches Öl untermischen. Das duftet gut und viele ätherische Öle wirken gleichzeitig antibakteriell (z.B. Teebaumöl).

Dann das Deo in einen leeren Deoroller abfüllen. Die gibt es im Internet zu kaufen.

Achtung!
Natron in Lebensmittelqualität verwenden: keine Natronlauge, kein Soda und auch kein Backpulver.

Außerdem: Sensible Haut kann empfindlich auf das Natron reagieren und es kann zu Rötungen und Juckreiz kommen. Hier erst mal mit einer geringen Menge testen!


Selbstgemachtes Deo (Foto: SR / Lena Schmidtke)
Zutaten für ein selbstgemachtes Deo (Foto: Lena Schmidtke)


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 18.05.2022 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt einen Duschkopf.

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