Christoph Braunberger: "Nach und nach konnte der Bestand deutlich erhöht werden"

"Nach und nach konnte der Bestand deutlich erhöht werden"

Christoph Braunberger ist ehrenamtlicher Ornithologe beim NABU und beobachtet Weißstörche

Jochen Marmit   04.01.2022 | 11:24 Uhr

Mit 25 Brutpaaren wurde 2021 im Saarland die höchste Zahl an Weißstörchen seit Beginn der Wiederansiedlung vor 24 Jahren registriert. Darüber hat SR 2-Moderator Jochen Marmit mit Christoph Braunberger gesprochen. Er ist ehrenamtlicher Ornithologe beim NABU und arbeitet in der Unteren Naturschutzbehörde des Saarlandes im Bereich Artenschutz.

In Rheinland-Pfalz sei die Störchepopulation "schon länger wieder angestiegen", erklärt Christoph Braunberger. Die Ansiedlung im Raum Homburg vor 24 Jahren sei aufgrund guter Bedingungen erwartbar gewesen.

Verminderte Mortalität

Zum einen haben sich die "Verlustursachen der Störche" deutlich verringert. So habe beispielsweise der Klimawandel die Zugwege der Stöche verändert: "Sie ziehen nicht mehr nach Afrika, sondern nach Südfrankreich und Spanien". Und das vermindere die Mortalität erheblich, so der Ortnithologe. Hinzu kämen Schutzmaßnahmen wie Nisthilfen, die gut angenommen würden. Diese positive Veränderung der Bedinungen habe dazu geführt, dass der Bestand nach und nach "deutlich erhöht werden" konnte, sagt Braunberger.

Die Mortalitätsursachen hierzulande seien allerdings weiterhin gegeben. Etwa der "Stromtod oder die Aufnahme von Plastikmüll, an dem sie ersticken können oder Verhungern." Aber: "Die Menge an Jungvögeln, die jedes Jahr rauskommen übersteigt diejenigen, die sterben und deshalb steigt der Bestand noch."

Geflügelpest im Saarland

Im Saarland wurde ein Fall von Geflügelpest bei einem Schwan in Perl bekannt. Akut gefährdet sieht Braunberger die Störche-Population aber nicht, die sich ja aktuell größtenteils in ihrem Winterqaurtier in Spanien befinde. Am meisten gefährdet seien auch eher Gänse und Enten, die sich in großen Schwärmen an Gewässern aufhielten. Dort seien die Bedingungen für eine schnelle Verbreitung von Krankheiten am stärksten gegeben.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 04.01.2022 auf SR 2 KulturRadio.

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