Kanalisation, Reinigungsarbeiten (Foto: SR)

Wassermassen als Forschungsobjekt

Ein Beitrag über die Arbeit des Instituts für unterirdische Infrastruktur (IKT) in Gelsenkirchen

Klaus Deuse. Onlinefassung: Rick Reitler   30.08.2021 | 13:10 Uhr

Das Institut für unterirdische Infrastruktur in Gelsenkirchen will mit Hilfe einer neuen Starkregenprüfanlage demnächst die Auswirkungen von plötzlichen Wassermassen auf Kanäle, Land und Immobilien erforschen. WDR-Reporter Klaus Deuse hat dem Institut einen Besuch abgestattet.

Wasserleitungen, Abwasserrohre und -kanäle unter der Erde müssen gerade in einem dicht besiedelten und regenreichen Land wie Deutschland eine Menge leisten.

Neue Starkregenprüfanlage

Ein Besuch im Institut für unterirdische Infrastruktur
Audio [SR 2, Klaus Deuse, 30.08.2021, Länge: 04:20 Min.]
Ein Besuch im Institut für unterirdische Infrastruktur

Wie belastbar sind die zum Teil uralten Leitungen überhaupt noch? Werden sie künftigen Starkregen-Ereignissen standhalten? Wie können die Menschen sich und ihre Häuser schützen? Solchen und ähnlichen Fragen geht das gemeinnützige Institut für unterirdische Infrastruktur (IKT) in Gelsenkirchen auf den Grund.

Demnächst soll das IKT seine neue Starkregenprüfanlage in Betreib nehmen können. Sie wird mehrere hundert Tonnen wiegen, 18 Meter lang sowie sechs Meter tief und breit sein - mitsamt einer Asphaltdecke, Abflussschächten, Bordsteinen und verschiedenen Gullys. Gefüllt wird der riesige Stahlkasten mit Lehm, Kies, Sand oder auch Felsgestein, danach werden darin Rohre und Schächte verbuddelt, um zu ermitteln, welchen Oberflächenbelastungen wie Platzregen, Eisenbahn- oder Schwerlastverkehr sie standhalten können.

In circa drei Wochen können die Wissenschaftler die Dauerverhältnisse für einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren simulieren und messen, welcher Druck auf Rohre und Schächte ausgeübt wird. Die Ergebnisse sollen den Herstellern Aufschluss über die Qualität ihrer Produkte und zugleich Kommunen und Netzbetreibern Anhaltspunkte für Baumaßnahmen liefern. Für Privatleute bietet das IKT die Experteise von Starkregenberatern an.

Gemeinnütziges Institut

Das Gelsenkirchener Institut ist das einzige seiner Art in Europa. Mit seinem Status einer gemeinnützigen GmbH, getragen von zwei Fördervereinen, muss das Institut keinen Gewinn erzielen. Den praktischen Nutzen fahren die Mitglieder des Fördervereins "Netzbetreiber" ein, dem rund 150 Städte, Kommunen und Abwasserzweckverbände angehören. Auch Kundinnen und Kunden aus den Niederlanden, Österreich und Großbritannien nutzen die Dienste des IKT, denn Abwasserentsorgung ist in Europa ein grenzüberschreitendes Thema.


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Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" am 30.08.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt einen Mann bei Reinigungsarbeiten in der Kanalisation (Archivfoto: SR Fernsehen).

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