Boris Nicolai von der BSG Gersweiler (Foto: SR)

Über die Geschichte des organisierten Behindertensports

Ein Gespräch mit SR-Sportreporter Thomas Braml

Jochen Marmit. Onlinefassung: Rick Reitler   27.08.2021 | 07:45 Uhr

Thomas Braml aus der SR-Sportredaktion sieht die Anfänge des organisierten Behindertensports im Jahr 1948: Damals gab es in England die "Stoke Mandeville Games". Für den ganz großen Durchbruch in der medialen Wahrnehmung hätten aber erst die Paralympics von London 2012 gesorgt. Ein Interview.

Die Paralympics in Tokio ziehen einen mit Sportarten in den Bann, von denen man teilweise nicht einmal wusste, dass es sie gibt: Goalball etwa oder auch Rollstuhl-Rugby. Wie kamen diese Sportarten eigentlich in die Welt? Seit wann und wie hat sich der Behindertensport eigentlich entwickelt? SR-Moderator Jochen Marmit hat bei SR-Sportreporter Thomas Braml nachgefragt, der sich zurzeit in Tokio aufhält.

Wettbewerbe seit 1948

So entstand der Behindertensport
Audio [SR 2, Jochen Marmit / Thomas Braml, 27.08.2021, Länge: 05:51 Min.]
So entstand der Behindertensport

Braml datiert die Anfänge organisierter Sportveranstaltungen für Menschen mit Handicap auf das Jahr 1948: Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg seien in Südengland auf Initiative des deutsch-jüdischen Neurologen Sir Ludwig Guttmann die "Stoke Mandeville Games" ausgerichtet worden, bei denen allerdings nur Bogenschießen für Gelähmte auf dem Programm gestanden habe.

Live-Bilder seit 2012

Großes Publikumsinteresse habe es bereits bei den Paralympics von Barcelona 1992 gegeben. Für den ganz großen Durchbruch in der medialen Wahrnehmung hätten aber erst die Wettbewerbe von London 2012 gesorgt: "Da begann so der Switch hin wirklich zur Live-Berichterstattung", erzählte Braml.


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Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" am 27.08.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt den Boccia-Spieler Boris Nicolai von der BSG Gersweiler (Archivfoto: SR Fernsehen).

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